
Die Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (KGMV) sieht vor dem Hintergrund wiederkehrender Hitzeperioden mit extrem hohen Temperaturen Handlungsbedarf für einen verbesserten Wärmeschutz in Kliniken. Das käme Patienten und Personal gleichermaßen zugute, sagte KGMV-Geschäftsführer Uwe Borchmann der Deutschen Presse-Agentur.
Durch Wärmeschutzmaßnahmen könnten die Ausweitung von Keimen vermindert und die Genesung durch Entlastung des Kreislaufes gefördert werden. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei das wichtig. Sie verrichteten häufig und insbesondere in der Pflege eine körperlich anstrengende Arbeit, die nicht in Abhängigkeit von den Temperaturen verschoben werden könne. "Hitzefrei gibt es im Krankenhaus nicht", so Borchmann.
Die Investitionen in dem Bereich seien aber Landesaufgabe. Entgelte der gesetzlichen Krankenkassen könnten hierfür nicht verwendet werden. Die Kosten für hitzeresiliente Krankenhäuser im Nordosten seien nicht konkret bezifferbar. Allerdings dürfte es sich nach Schätzung Borchmanns in Summe für alle Kliniken um einen dreistelligen Millionenbetrag handeln. Derartige Investitionen dienten auch dem Klimaschutz, weil etwa neue Fenster und Fassadendämmung den CO2-Ausstoß reduzierten.
Private Ventilatoren nicht überall erlaubt
Extremen Hitzetage sorgten auf den Krankenhausstationen bei den Patienten neben der Kreislaufbelastung vor allem für eine Gefährdung der Wundheilung. Ärzte und Pflegekräfte seien in dieser Zeit besonders gefordert, um diese Risiken abzufangen.
Einige Patienten helfen sich an extrem heißen Tagen damit, dass sie private Ventilatoren in den Zimmern aufstellen. Allerdings hängt das vom jeweiligen Krankenhaus ab. Im Klinikum Südstadt Rostock sind elektrische Geräte wie Ventilatoren aus Brandschutzgründen nicht gestattet, während dies im Universitätsklinikum Rostock grundsätzlich möglich ist.
Aber auch dort müssen vor der Inbetriebnahme die Geräte vom hausinternen technischen Bereich abgenommen sein, wie der Sprecher der Uni-Medizin, Stefan Menzel, mitteilte. "Zudem dürfen sie nur in Bereichen genutzt werden, in denen dadurch weder die Krankenhaushygiene noch die Patientensicherheit beeinträchtigt wird."
In der Universitätsmedizin Rostock und auch im Südstadtklinikum sind besondere
Diagnostik- und
Behandlungsbereiche klimatisiert. Dazu zählen etwa das Interdisziplinäre Notfallzentrum (INZ), die Intensivstationen oder auch die Radiologie.
Auch nach Angaben der Krankenhausgesellschaft sind besonders sensible Bereiche wie Intensivstationen in vielen anderen Kliniken klimatisiert. Zusätzlich erfolge eine gesteuerte Zimmerbelegung. Nach Möglichkeit würden nach Süden ausgerichtete Zimmer nicht belegt.
Anfang Juni hatten über 150 Organisationen aus Gesundheitswesen, Pflege und Wohlfahrt gewarnt, dass Deutschland auf Extremhitze als Krisenlage bislang nicht ausreichend vorbereitet sei. Dabei hatte auch Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) auf die Auswirkungen klimawandelbedingter Extremwetterlagen auf die Gesundheit hingewiesen.
37 Krankenhäuser in MV
Betroffen seien besonders ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, Kinder, aber auch Beschäftigte, die hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt sind. "Vor allem diese Gruppen brauchen unsere Unterstützung für einen wirksamen Hitzeschutz, etwa durch hitzeresiliente Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, präventive Gesundheitskonzepte sowie eine stärkere Verankerung von Klimawissen in der medizinischen Ausbildung", so Drese.
In MV gibt es aktuell 37 Krankenhäuser an 74 Standorten - inklusive der Tageskliniken - mit 10.222 Betten und 1.626 Tagesklinikplätzen.
Weitere aktuelle Meldungen aus dem Ressort "Panorama":
- Wetter in Nordrhein-Westfalen: Wegen Hitze: Mehrere Menschen kollabieren in Altenheim
- Hamburg: Nabu: Gänsegeier auch im Norden gesichtet
- Rostock/Schwerin/Stralsund: Eisbomben und Duschen zur Erfrischung von Zootieren
- Haßmersheim: Nach Brand in Wohnhaus – Bewohner tot geborgen
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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