
- Die größten Kontroversen um US-Autor Stephen King
- Horror-Schriftsteller lässt umstrittenes Buch "Rage" nach Amokläufen an Schulen nicht mehr nachdrucken
- Nach der Veröffentlichung der Fantasy-Reihe "Der dunkle Turm" gab es Plagiatsvorwürfe gegen King
- Einige seiner Bücher wurden aus US-Schulbibliotheken entfernt
Stephen King gilt als einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Gegenwart. Mit Horror-Klassikern wie "Es", "Shining" und "Friedhof der Kuscheltiere" wurde der US-Amerikaner weltberühmt. Doch auch der "Meister des Horrors" blieb nicht von heftigen Kontroversen verschont.
Stephen King verbannt Buch "Rage" nach Schulschießereien in den USA
Für heftige Diskussionen in Kings Schriftstellerkarriere sorgte sein Roman "Rage". Das Buch erschien 1977 unter Kings Pseudonym Richard Bachman und handelt von einem Schüler, der einen Lehrer erschießt und anschließend seine Mitschüler als Geiseln nimmt. Jahre später wurde das Werk mit realen Schulschießereien in Verbindung gebracht. Besonders schwer wog für King der Fall des Attentäters Michael Carneal, der 1997 in einer High School in West Paducah (Kentucky) drei Schüler getötet und fünf weitere verletzt hatte, wie er gegenüber "The Guardian" enthüllte. Er sagte zwar in einem Interview mit CBS News aus dem Jahr 2013: "Ich glaube nicht, dass Bücher oder Filme jemals die Ursache für diese Art von Gewalt sind, und ich glaube auch nicht, dass das für Videospiele gilt."King entschied sich trotzdem, das Buch nicht mehr nachdrucken zu lassen. Auf Kings offizieller Website wird bis heute darauf hingewiesen, dass auf seinen Wunsch keine weiteren Ausgaben von "Rage" erscheinen sollen, "aufgrund der sensiblen Natur des Inhalts".
Generell sprach sich Stephen King bereits mehrfach für strengere Waffengesetze in den USA aus. Nach dem Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule in Connecticut mit 28 Toten im Dezember 2012 veröffentlichte der Schriftsteller 2013 den Essay "Guns". Darin forderte er unter anderemEinschränkungen beim Verkauf von (halb)automatischen Waffen und Sturmgewehren.
Plagiatsvorwürfe gegen Stephen King wegen Fantasy-Reihe "Der dunkle Turm"
Für Schlagzeilen sorgte außerdem ein Urheberrechtsstreit um Kings berühmte "Der dunkle Turm"-Reihe. Benjamin DuBay, Neffe des Comiczeichners William DuBay, warf King vor, die Hauptfigur Roland Deschain aus der Comicfigur Restin Dane alias "The Rook" übernommen zu haben. Die Ähnlichkeiten zwischen den Figuren seien so groß, dass es sich um ein unzulässiges Plagiat handelte, argumentierte die Klägerseite. Doch der Rechtsstreit endete nicht mit einer Verurteilung des Schriftstellers: Sowohl das zuständige Bundesgericht als auch später das Berufungsgericht sahen keine ausreichende urheberrechtlich relevante Ähnlichkeit. Der zuständige US-Bundesberufungsgerichtshof bestätigte 2021 laut der Anwaltskanzlei "Loeb & Loeb" die Entscheidung zugunsten von King. Damit blieb der Plagiatsvorwurf letztlich ein Vorwurf und keine festgestellte Urheberrechtsverletzung.
Bücher von Stephen King wurden aus öffentlichen Schulen entfernt
Immer wieder sorgten Stephen Kings Werke zudem an US-Schulen für Kontroversen. Bereits 1992 berichtete der Schriftseller selbst, dass seine Romane "The Dead Zone" und "Das Monster" (Originaltitel: "The Tommyknockers") aus einer Mittelschulbibliothek in Florida entfernt worden seien. Nach seinen Angaben war dies keineswegs das erste Mal: Bereits zuvor seien eines oder mehrere seiner Bücher an öffentlichen Schulen verboten worden. King setzte sich daraufhin öffentlich gegen die Einschränkungen ein und kritisierte die sogenannte "Book-Banning"-Bewegung. Die Debatte ist bis heute nicht beendet. Im Juli 2026 wurde die Novellensammlung "Different Seasons" aus öffentlichen Schulen in Utah entfernt, wie "The Guardian" berichtete. Die Sammlung enthält unter anderem die Vorlagen für die späteren Filme "Stand by Me" und "Die Verurteilten", aber auch die kontroverse Novelle "Der Musterschüler (Apt Pupil)", in der es unter anderem um einen Jugendlichen und einen ehemaligen Nazi-Kriegsverbrecher geht. Auslöser waren Beschwerden über "objektiv sensibles Material". King reagierte auf die Entfernung auf X und schrieb sinngemäß, er könne die Entscheidung nicht nachvollziehen.
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