
In der Debatte um Jürgen Klopps "Noch"-Spruch hat Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg scharfe Kritik am Startrainer geäußert. "Das geht nicht, er spricht vor einem Millionen-Publikum. Auch mit dem Lachen hinten raus …", sagte der 57-Jährige in der Sport-1-Sendung "Doppelpass" und ergänzte: "So einen Spruch kannst du mit einem Bierchen an der Bar machen, wenn du allein bist. Aber nicht vor einem Millionen-Publikum, das ist ein absolutes No-Go."
Klopp und der frühere Fußball-Weltmeister Thomas Müller hatten bei der Übertragung des WM-Eröffnungsspiels am Donnerstag in ihrer Rolle als Experten bei MagentaTV für Aufsehen gesorgt. Als es um die deutsche Aufstellung gegen Curaçao ging, sagte Klopp: "Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf" - und schob dann ein "noch" hinterher.
Müller reagierte sofort und sagte: "Kloppooooo. Wir haben Juni. Du bist schon im September." Beide amüsierten sich über den Dialog, der implizierte, dass Nagelsmann im September trotz des Vertrages bis nach der EM 2028 nicht mehr für die DFB-Elf verantwortlich sein könnte. Klopp gilt als heißer Kandidat auf den Bundestrainer-Posten, sollte Nagelsmann nach der WM nicht mehr im Amt sein.
Nagelsmann: "Nächste Frage"
Nagelsmann selbst reagierte auf die Sprüche von Klopp und Müller zu seiner Zukunft als Bundestrainer erst gar nicht - und später etwas ausweichend. "Gut, dann nächste Frage", antwortete Nagelsmann auf eine Frage eines deutschen Reporters bei der Pressekonferenz vor dem WM-Auftakt der Nationalmannschaft gegen Curaçao in Houston zu den Aussagen des Duos.
Erst als ein englischer Boulevard-Journalist noch einmal nachhakte, ließ sich der Bundestrainer auf eine längere Antwort ein. "Seid ihr vom gleichen Verlag?", scherzte der 38-Jährige zunächst, um dann auszuführen: "Ich denke, es ist nicht der richtige Weg für mich, über dieses Thema zu sprechen. Ich finde, es ist wichtig, dass jeder die Situation für sich selbst einschätzt. Ich habe meine Meinung und meinen Standpunkt, aber ich werde es euch nicht sagen", sagte Nagelsmann auf Englisch.
Zukunft Nagelsmanns als Bundestrainer infrage gestellt
"Zumindest haben wir viele Experten, viele Leute. Und auch Thomas und Jürgen sind coole Typen und haben viel Erfolg in der Welt des Fußballs. Also können sie zumindest über alles sprechen, worüber sie wollen", sagte Nagelsmann. Er konzentriere sich auf seine Arbeit und einen erfolgreichen WM-Auftakt gegen Curaçao.
Klopp bringe Nagelsmann "so in die Bredouille", sagte Effenberg. "Nagelsmann weiß gar nicht, wie er darauf antworten soll. Ein Bundestrainer erwartet, dass wir kritisch reden können über die Aufstellung und die Taktik", erklärte er weiter. "Aber man sollte ihn schon unterstützen, bevor das erste Spiel angepfiffen wird. Und es ist Jürgen Klopp und nicht irgendjemand. Das sollte Klopp schon wissen."
Auch der frühere DFB-Auswahlspieler Andreas Möller reagierte im "Doppelpass" kritisch auf Klopps Aussage: "Ich finde, das geht nicht. So einen Satz finde ich respektlos. Wir wissen ja, was daraus gemacht wird. Das ist ein No-Go."
Lob für Matthäus-Aussage zu Musiala
Ein Lob von Nagelsmann erhielt Lothar Matthäus, der für verschiedene Medien als Experte arbeitet. Der Rekordnationalspieler hatte betont, dass der Kurs des Bundestrainers, auf Jamal Musiala als zentralen Mittelfeldspieler zu setzen, richtig sei.
Klopp und Müller hatten ins Spiel gebracht, wegen der langen Verletzungsauszeit des Münchners Musiala auf den Stuttgarter Deniz Undav als Zehner zu bauen. Klopp hatte diese Aussage später relativiert.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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