
- Stoltenberg warnt: Russische Atomwaffen seien auf Washington und New York gerichtet
- Der frühere Nato-Chef fordert Europa zu höheren Verteidigungsausgaben auf
- Für Wladimir Putin sei der Ukraine-Krieg ein strategischer Fehlschlag, sagt Stoltenberg
Kurz vor dem Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara hat der frühere Generalsekretär Jens Stoltenberg die Bündnispartner zur Geschlossenheit aufgerufen. In einem Interview mit der "Welt" räumte der heutige norwegische Finanzminister ein, dass es "ernsthafte Meinungsverschiedenheiten" zwischen den USA und Europa gebe. Dennoch betonte Stoltenberg die wechselseitige Abhängigkeit beider Seiten. "Die Verteidigung der USA beginnt an der europäisch-russischen Grenze", erklärte er mit Blick auf die wiederholte Kritik von Donald Trump an den europäischen Partnern. Die Allianz könne trotz der Differenzen eine starke transatlantische Partnerschaft bleiben, da dies auch im amerikanischen Interesse liege.
Weitere aktuelle Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende dieses Artikels.
Ex-Nato-Chef warnt: Russische Atomwaffen zielen auf USA
Der ehemalige Nato-Chef untermauerte seine Argumentation mit konkreten Beispielen. Auf der russischen Kola-Halbinsel, direkt hinter der norwegischen Grenze, befinde sich eines der größten Atomwaffenarsenale weltweit. "Diese Waffen sind nicht auf Oslo gerichtet – sie sind auf Washington und New York gerichtet", warnte Stoltenberg.
Norwegen leiste einen unverzichtbaren Beitrag zur amerikanischen Sicherheit, indem es russische U-Boote beim Verlassen seiner Stützpunkte verfolge. Zudem unterstütze das Land bei der Frühwarnung vor Raketenangriffen und überwache den Start von Flugzeugen. "Und ähnlich verhält es sich in Finnland und vielen anderen europäischen Ländern", fügte er hinzu. Diese Fähigkeiten seien für den Schutz der Vereinigten Staaten von entscheidender Bedeutung.
Europa muss mehr in Verteidigung investieren
Stoltenberg unterstützte Trumps Forderung nach einer gerechteren Lastenverteilung im Bündnis. "Das Wichtigste, was Europa tun kann, um das transatlantische Bündnis aufrechtzuerhalten und das Engagement der USA auch unter Präsident Trump zu sichern, ist, mehr zu investieren", betonte er. Die europäischen Verbündeten hätten bereits reagiert. Immer mehr Nato-Staaten erreichten mittlerweile das Ziel, 3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für zentrale Verteidigungsaufgaben auszugeben. Deutschland entwickle sich dabei zum größten europäischen Verteidigungsinvestor. Sollten sich die Vereinigten Staaten künftig dennoch aus Europa zurückziehen, würden eigenständige europäische Verteidigungskapazitäten umso bedeutsamer, mahnte der frühere Nato-Chef. Die gestiegenen Ausgaben seien daher in jedem Fall sinnvoll.
Klatsche für Wladimir Putin: Ukraine-Invasion als strategischer Kreml-Fehlschlag
Die russische Großoffensive gegen die Ukraine bezeichnete Stoltenberg als strategisches Desaster für den Kreml. Moskau habe den Donbass bis heute nicht vollständig unter Kontrolle gebracht, während die Ukraine enger denn je an Europa herangerückt sei. Als direkte Folge des Angriffskriegs seien zudem Finnland und Schweden dem westlichen Verteidigungsbündnis beigetreten. "Putin hat also keines seiner strategischen Ziele erreicht, obwohl Russland einen großen Preis zahlt", bilanzierte der Ex-Nato-Chef. Für den Gipfel in Ankara forderte Stoltenberg "maximale Unterstützung" für Kiew. Je umfangreicher die Hilfe ausfalle, desto schneller könne der Konflikt beendet werden – und desto wahrscheinlicher bleibe die Ukraine als unabhängiger demokratischer Staat bestehen. "Ich glaube nicht, dass wir Putin umstimmen können", räumte er ein. "Aber ich glaube, dass wir seine Kalkulation ändern können."
Weitere Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie hier:
- Ein einziges Wort reicht aus – Ex-First-Lady demütigt Trump
- Alte Fotos lösen wilde Spekulationen aus – ist der Kremlchef unsterblich?
- Mega-Feuerball rast über Straße – Ukraine-Drohne sprengt Putin-Tanklaster
- Putin-Angriff schon vor 2029? Deutschland muss "kampfbereit" sein
- "Die ersten 500 Ziele sind bereits markiert" - bittere Drohung an Putin-Verbündeten
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
NBA Liveticker: Golden State Warriors vs. Los Angeles Lakers der Ticker mit allen Punkten10.04.2026 - 2
NFL live: Philadelphia Eagles - Washington Commanders im TV01.01.2026 - 3
WTA Tennis in Miami Liveticker: Kamilla Rakhimova gegen Marta Kostyuk21.03.2026 - 4
Biathlon 2026: Deutsche Biathletinnen Staffel-Dritte in Oberhof10.01.2026 - 5
Tennis News: "Das nervt nicht nur mich": Was Gegner an Zverev aufregt12.09.2026
Ähnliche Artikel
Kriminalität: Messerangriff: 15-Jähriger soll vor Haftrichter kommen31.03.2026
Bastian Schweinsteiger: Private Schnappschüsse veröffentlicht - so verbrachte Schweini seine Freizeit in Amerika17.08.2026
San-Fermín-Fest: Viele Verletzte bei dritter Stierhatz in Pamplona09.07.2026
WTA Tennis in Saint malo Ergebnis: Haverlag / Lumsden erringt einen klaren Sieg über Chan / Corley02.05.2026
Tat in Jugendeinrichtung: Stade: Tochter des Verdächtigen und deren Mutter leben29.06.2026
Erfurt: Fichtenborkenkäfer: Deutlich weniger Schadholz in Thüringen18.06.2026
1. FC Magdeburg - Hertha BSC im Live-Stream und TV: Die Blau-Weißen aus Sachsen-Anhalt treffen am 03.05.2026 auf die Hertha30.04.2026
DFB-Pokal: WM ist vorbei: Welche Termine für Fans jetzt wichtig sind20.07.2026
WTA Tennis Libéma Open: Robin Montgomery dominizert Joanna Garland07.06.2026
SG Sonnenhof Großaspach: Ausgangslage und News vor Viktoria Köln am Mittwoch14.10.2026












