
Strategisches Lüften am frühen Morgen, reichlich Trinkangebote, Ventilatoren, Beschattung und ein angepasster Speiseplan: So begegnen nach Angaben verschiedener Betreiber und Träger zufolge etliche Seniorenheime und stationäre Pflegeeinrichtungen in der Altenhilfe der andauernden Hitze in Thüringen.
Klimaanlagen bleiben in den meisten Einrichtungen auf den Zimmern der Bewohner die Ausnahme. Als Grund dafür wird häufig darauf verwiesen, dass es baulich – wenn überhaupt – nur schwierig umzusetzen sei.
"Die anhaltende Hitze stellt für ältere und pflegebedürftige Menschen eine erhebliche Belastung dar. Gerade Bewohnerinnen und Bewohner mit Vorerkrankungen oder eingeschränkter Mobilität reagieren besonders sensibel auf hohe Temperaturen", heißt es etwa seitens des Thüringer Landesverbands des Deutschen Roten Kreuzes. Die aktuelle Situation sei zwar herausfordernd, werde aber als gut handhabbar eingeschätzt.
Bewohner verstehen Maßnahmen nicht immer
Besonders belastend können die Temperaturen für bettlägerige Menschen, Bewohnerinnen und Bewohner mit schweren Vorerkrankungen oder Menschen im Sterbeprozess sein, hieß es etwa auch seitens der AWO Thüringen. Auch an Demenz Erkrankte benötigten häufig besondere Unterstützung: Sie könnten etwa Schutzmaßnahmen wie geschlossene Fenster oder heruntergelassene Rollläden nicht immer nachvollziehen.
Ähnliches teilte die Katholische Altenpflegeheime Eichsfeld gGmbH mit
:
"Das Personal kann also auch nicht verhindern, dass Fenster selbstständig geöffnet oder geschlossen werden, auch wenn es vielleicht gerade nicht so sinnvoll ist."
Wenn das Trinken zur Herausforderung wird
Aus Sicht aller angefragten Betreiber und Träger besteht die größte Herausforderung dadurch, dass viele Bewohner von sich aus zu wenig trinken. Die Mitarbeiter müssten daher besonders darauf achten, dass die Senioren ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen und immer wieder Getränke anbieten.
Auch auf die Speisepläne schlägt sich das Wetter nach einheitlicher Darstellung der Befragten nieder: Darauf stehen in den heißen Tagen vor allem leichte Kost, Salate, Joghurt, Kaltschalen und gekühltes Obst etwa. Ebenso können sich Bewohner regelmäßig auf Speiseeis freuen. Individuelle Abkühlung werde zudem etwa in Form von Fuß- und Handbädern oder kühlen Umschlägen und Tüchern etwa für den Nacken angeboten.
Fordernd sei das Wetter auch für die Mitarbeitenden, so die übereinstimmende Darstellung der Befragten: Hohe Temperaturen belasteten die Pflegerinnen und Pfleger bei der oft ohnehin körperlich anspruchsvollen Arbeit zusätzlich. Viele Einrichtungen reagieren demnach auf die gesteigerten Anforderungen für die Mitarbeiter mit angepassten und zusätzlichen Pausen, oder einer gelockerten Dienstkleidungsordnung.
Anstrengungen auch für Pflegekräfte
In Einzelfällen würden Wassersprühflaschen, mobile Kühlgeräte zur Verfügung gestellt. Kostenloses Trinkwasser sei überall vorhanden, auch andere Erfrischungen stünden zur Verfügung. Auch auf kostenloses Speiseeis und gekühltes Obst können Mitarbeiter einzelner Einrichtungen manchmal zurückgreifen.
Zwar sahen sich die befragten Betreiber und Träger für den Moment gut für die heißen Tage gerüstet. Die zunehmenden Hitzewellen machten aber deutlich, dass soziale Einrichtungen künftig besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet werden müssen, sagte etwa Katja Glybowskaja, Geschäftsführerin des AWO Landesverbands Thüringen.
Mehr Unterstützung für Klima-Maßnahmen gefordert
"Pflegeheime sind Wohnorte für besonders schutzbedürftige Menschen. Deshalb braucht es gezielte Investitionen des Landes und des Bundes in Beschattung, energetische Sanierung sowie moderne Lüftungs- und Kühlsysteme." Gemeinnützige Träger könnten solche Maßnahmen oft nicht allein finanzieren, so Glybowskaja.
Angaben machten die Katholische Altenpflegeheime Eichsfeld gGmbH, die Caritas Trägergesellschaft St. Elisabeth gGmbH, das DRK Thüringen, die AWO Thüringen und verschiedene Regionalverbände des ASB Landesverbands Thüringen. Zusammen betreiben die Träger eine Vielzahl von Senioren- und Pflegeeinrichtungen in Thüringen mit insgesamt mehreren tausend Plätzen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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