
Die meisten sächsischen Städte schneiden beim Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in diesem Jahr mittelmäßig ab. Chemnitz, Dresden, Görlitz, Plauen und Zwickau bekamen in allen drei gefragten Kategorien eine gelbe Bewertung, was "gemischt" bedeutet. Leipzig gehört mit zwei roten und einer gelben Bewertung zu den Städten, denen quasi die Rote Karte gezeigt wird.
Am besten schneiden im Hitze-Check Kiel und Wuppertal mit jeweils zwei grünen Bewertungen ab. Demnach ist der Hitzeschutz dort besonders gut ist. Die Schlusslichter unter den 195 Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern sind drei Kommunen aus Baden-Württemberg: Offenburg, Lahr und Mannheim.
Auch der Verlust an Bäumen geht in die Bewertung ein
Beim diesjährigen Hitze-Check 2026 lag der Fokus auf dem klimawirksamen Baumbestand (Beschirmungsgrad) und dem Trend der Flächenversiegelung zwischen den Jahren 2018 bis 2025. Der sogenannte Hitzebetroffenheitsindex weist die allgemeine Hitzebelastung der jeweiligen Stadt aus. Ergänzend wurde abgeschätzt, wie viele Einzelbäume im Untersuchungszeitraum verloren gegangen sind. In Leipzig waren das 15.732, in Dresden 16.021.
Für den Check werden neben den Sommertemperaturen und der Bevölkerungsdichte einzelner Städte auch die Menge an Beton und Asphalt sowie die Zahl der schattenspendenden Bäume und Grünflächen mit Hilfe von Luftbildern in den Blick genommen. Es handelt sich somit um Schätzwerte, bei denen nicht alle Faktoren berücksichtigt werden.
Hitzewellen wegen Klimawandel wahrscheinlicher
Hitzewellen sind weltweit aufgrund des Klimawandels intensiver und auch wahrscheinlicher geworden – das geht mit gesundheitlichen Risiken insbesondere für Ältere oder Menschen mit einer Vorerkrankung einher. Damit wird auch die Anpassung von Städten an diese Bedingungen wichtiger.
DRK macht am Donnerstag einen Hitzeaktionstag
Das Deutsche Runde Kreuz (DRK) Sachsen hat diesen Donnerstag als "Hitzeaktionstag" ausgerufen. "Auch in Sachsen treten heiße Tage und längere Hitzeperioden zunehmend häufiger auf. Viele Menschen unterschätzen die gesundheitlichen Risiken von Hitze. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kinder, ältere Menschen, wohnungslose Menschen und Personen mit Vorerkrankungen", mahnte Julia Henschel, DRK-Referentin für Klimaanpassung. Auch junge Menschen könnten schnell gesundheitliche Probleme bekommen.
Mehr Schatten und Grün im Außenbereich
Das DRK setzt nach eigenen Angaben in seinen Einrichtungen bereits zahlreiche Maßnahmen zum Schutz vor Hitze um. Dazu gehören angepasste Tagesabläufe in Kitas und Pflegeeinrichtungen, Verschattungskonzepte sowie die Förderung grüner Außenbereiche. "In den heißesten Stunden des Tages vermeiden wir Aktivitäten im Freien. Gleichzeitig achten wir auf ausreichende Beschattung und möglichst naturnahe Außenanlagen. Viele dieser Maßnahmen lassen sich auch im privaten Umfeld umsetzen", erklärte Hentschel.
Hitze-Einsätze des DRK bei Großveranstaltungen
Wie schnell Hitze zum Gesundheitsrisiko werden kann, erleben die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des DRK regelmäßig bei Musik- und anderen Großveranstaltungen, hieß es. "An besonders heißen Veranstaltungstagen hängen viele unserer Einsätze direkt mit Hitze und Flüssigkeitsmangel zusammen. Besonders junge Menschen überschätzen oft ihre Belastbarkeit. Dann füllen sich die Sanitätsstationen innerhalb kurzer Zeit", berichtete Olaf Kühling vom DRK-Kreisverband Leipzig-Land.
Empfehlungen für Hitzschlag
Als Warnzeichen eines Hitzschlags gelten unter anderem eine erhöhte Körpertemperatur, heiße und trockene Haut, Schwindel, Verwirrtheit, Erbrechen oder Krämpfe. "Gerade bei einem Hitzschlag, wenn die Körperkerntemperatur oft über 40 Grad Celsius und die Haut trocken ist, handelt es sich um einen akuten lebensbedrohlichen Notfall", erläuterte Erste-Hilfe-Ausbilder Heiko Petzold vom DRK-Kreisverband Dresden die Symptome.
Das DRK empfiehlt in diesem Fall, den Notruf 112 zu verständigen. Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung sollte die stabile Seitenlage angewendet werden. Betroffene sollten an einen schattigen oder kühlen Ort gebracht, ihr Kopf und Nacken mit handwarmem Wasser temperiert werden. "Nur bei vollem Bewusstsein Getränke anbieten", lautet eine weitere Empfehlung.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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