
Die ungewöhnlichste Szene an einem bemerkenswerten Fußball-Nachmittag im Weserstadion fand schon vor dem Anpfiff statt. Ein Capo der Bremer Ultras sprach unmittelbar vor dem Abstiegsduell des SV Werder gegen den 1. FC Heidenheim über das Stadionmikrofon vier Minuten zu den 40.000 Zuschauern. Er forderte den Zusammenhalt von Anhängerschaft und Mannschaft im sportlichen Überlebenskampf der Bundesliga. Das scheint geholfen zu haben, nach 13 Spielen ohne Sieg feierten Fans und Spieler gemeinsam drei Punkte.
"Es bringt uns gar nichts, wenn wir uns jetzt selbst zerfleischen, wenn wir auf die Mannschaft, die eh schon verunsichert ist, noch eindreschen", rief der Vorsänger der Ultras den Werder-Unterstützern zu. "Es gibt keinen Riss", betonte er. "Wir wollen jetzt den Schulterschluss mit der Mannschaft."
Fan-Aktion mit Wirkung
Die Aktion war mit dem Verein abgestimmt worden - und sie demonstrierte: Die grün-weiße Werder-Familie lebt. Die Fans lieferten beim 2:0 der Bremer gegen den Tabellenletzten mehr als 90 Minuten uneingeschränkten und lautstarken Support. Und das Team zahlte mit einer kämpferisch starken und bisweilen spielerisch ansehnlichen Leistung zurück. "Fans und Mannschaft haben gemeinsam das Spiel gerockt", stellte Mittelfeldspieler Romano Schmid fest.
Die Fan-Aktion und die Unterstützung sei ein tolles Zeichen gewesen, sagte Geschäftsführer Clemens Fritz. "Ich muss schon sagen, wenn man spürt, diese Energie auch im Stadion, dann ist es das, was wir brauchen." Auch Daniel Thioune war nach seinem ersten Sieg als Bremer Trainer nach drei Niederlagen von der Stimmung beeindruckt: "Ich habe viel von der Werder-Familie gehört, heute durfte ich sie erleben."
13 Spiele ohne Sieg hinterlassen Spuren - nicht nur bei Spielern
Dem Appell im Stadion vorausgegangen war eine Szene eine Woche zuvor nach dem 1:2 der Bremer beim FC St. Pauli am Hamburger Millerntor und dem Absturz auf den vorletzten Tabellenplatz. Auf dem Weg zum Gästeblock waren die Spieler von den Ultras zurückgeschickt worden. Eine Schutzmaßnahme für die Mannschaft, um sie nicht der Wut ihrer Anhänger auszusetzen, wie der Fan-Vertreter in seiner Ansprache betonte.
In den Tagen nach dem St. Pauli-Spiel gab es dann noch ein Treffen der Ultras mit den Spielern und das Einschwören auf den gemeinsamen Kampf um den Klassenverbleib. 13 Spiele ohne Sieg hatten ihre Spuren hinterlassen - nicht nur bei den Spielern.
Fans und Spieler: Nur gemeinsam geht es
"In dem Gespräch haben wir gesagt, wir machen das gemeinsam jetzt", berichtete Schmid. "Wir versuchen, gemeinsam nach vorn zu schauen, was können wir gemeinsam tun, die letzten elf Spiele Vollgas für den Verein zu geben."
Damit habe die Mannschaft gegen Heidenheim angefangen, "die Fans haben damit angefangen, und so muss es weitergehen, einfach gemeinsam", sagte der Österreicher, der seit sechs Jahren an der Weser spielt. "Wenn man so ein Zuhause-Gefühl hat wie hier, wenn Werder lebt in diesem Stadion, dann gibt es nichts Schöneres."
Schmid und Milosevic als Symbolfiguren für Werder-Resilienz
Gegen die kaum noch zu rettenden Heidenheimer zeigten er und seine Teamkollegen eine lange vermisste Widerstandsfähigkeit. Vor der Pause wurde zu Recht der Treffer von Olivier Deman (26.) wegen Abseits nicht anerkannt, Schmid (45.+2) ließ eine Doppelchance ungenutzt ebenso wie zuvor Jovan Milosevic (36.), der aus vier Metern Entfernung das Tor nicht traf.
Aber kein Negativerlebnis brachte die Bremer an diesem Nachmittag aus der Spur. Festzumachen war das an Schmid und Milosevic: Schmid war es, der die Flanke gab, die Stuttgarts Winter-Leihgabe Milsosevic (57.) per Kopf zur Führung verwertete.
Noch ist nichts erreicht
Der Sieg hat an der prekären Situation der Bremer nichts geändert, die Gefahr des dritten Abstiegs ist längst nicht gebannt. Dennoch: Der Abpfiff war wie eine Erlösung für Mannschaft und Fans. Der Gang zu den Anhängern fiel den Bremer Spielern diesmal leicht.
"Ich glaube, seit ich hier bin, hat hier niemand gelacht", sagte Torschütze Milosevic, der im Januar an die Weser kam. "Das ist eine große Erleichterung. Endlich ist es passiert. Jetzt sehe ich, dass alle um mich herum lachen, und ich bin so stolz darauf."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
Noch mehr spannende Sport-Nachrichten lesen Sie hier:
- Saisonüberblick von Werder Bremen: Bilanz, nächste Spiele, Highlights und mehr!
- FC Schalke 04 News: Thriller um die Bundesliga: Schneckenrennen eines Quintetts
- Volleyball: Krönender Abschluss für DVV-Pokal in Mannheim: "Das Größte"
- WTA Tennis live - Megasaray Hotels Open: Zolotareva gegen Toth - Alle Matches im Ticker
- VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg im Live-Stream und TV: Die Stuttgarter treffen heute am 24. Spieltag auf Wolfsburg
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
News des Tages am 20. Januar 2026: Die wichtigsten Themen von heute20.01.2026 - 2
VfL Bochum News: Dank Hofmann-Doppelpack: Bochum besiegt Fürth26.04.2026 - 3
Eilmeldung: Rodlerin Taubitz holt drittes deutsches Olympia-Gold10.02.2026 - 4
Skispringen 2026: Wende in Willingen? Springer machen vor Olympia Hoffnung01.02.2026 - 5
Eilmeldung: Besichtigung von Kölner Dom kostet bald zwölf Euro Eintritt02.06.2026
Ähnliche Artikel
Munich Open: Ben Shelton gewinnt gegen Joao Fonseca17.04.2026
Zwickau vs. Hertha II: Hertha II verliert gegen Zwickau26.03.2026
Nürnberg: Rock im Park geht mit Sonne und guter Laune zu Ende07.06.2026
NFL live: Pittsburgh Steelers gegen Baltimore Ravens im TV01.01.2026
Borussia Mönchengladbach News: Borussia Mönchengladbach erneut mit Verlust27.04.2026
Unfall: Feuerwehrauto verunglückt in Halle - Zehn Verletzte04.02.2026
Champions League: PSG-Sieg: Knapp 900 Festnahmen nach Krawallen in Frankreich01.06.2026
Hamburg/Jork: Ermittlungen wegen Gefangenenmeuterei in Hahnöfersand04.06.2026
WTA Tennis in Strasbourg: Oleksandra Oliynykova bezwingt Alexandra Eala18.05.2026
VfB Stuttgart News: Frust in Frankfurt: Abwehr-Alarm und Sorgen um Ebnoutalib14.01.2026














