
Der Mordprozess um den Tod einer jungen Frau in Remscheid, die von einem 640 PS starken Sportwagen erfasst worden ist, hat mit einem Geständnis begonnen. Er sei verantwortlich für den Tod der 19-Jährigen, ließ der Angeklagte (25) über seinen Verteidiger erklären. Er habe angetrunken mit seinem Auto angeben wollen. Das sei leichtsinnig und rücksichtslos gewesen, aber: "Ein Mörder bin ich nicht".
Der Deutsche hatte noch eine zweite Frau mit dem Wagen erfasst und schwer verletzt. Zudem soll er mehrfach gerast sein, innerorts mit weit über Tempo 100. Die bei dem Unfall schwer verletzte 17-Jährige sollte am Mittag als Zeugin aussagen.
Wie die Staatsanwaltschaft berichtete, hatte der Angeklagte bei dem Versuch, mit seinem Wagen zu driften, bereits nach einer Sekunde die Kontrolle verloren und trotzdem weiter beschleunigt statt zu bremsen. "Das hätte für ihn eine Niederlage dargestellt", so der Staatsanwalt.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-Jährigen Mord, versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung, ein verbotenes Autorennen mit Todesfolge und Straßenverkehrsgefährdung vor. Zudem werden dem Mann fünf Fälle illegaler Autorennen zwischen 2022 und 2024 zur Last gelegt, von denen die Ermittler Videos auf seinem Mobiltelefon entdeckten.
Durch die Luft geschleudert
Beide Frauen wurden von dem PS-Boliden erfasst und durch die Luft geschleudert. 1,46 Promille Alkohol wurden später im Blut des Unfallfahrers festgestellt.
Er habe immer schon auf schnelle Autos gestanden und sei oft unvernünftig gerast, gab der Angeklagte zu. "Ich bin für den Tod und die schweren Verletzungen verantwortlich."
Der 25-Jährige hatte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft mit auffälligen Fahrmanövern angeben wollen. Er habe das Auto dazu am 30. April vergangenen Jahres in Remscheid mit hoher Beschleunigung und eingeschlagenen Rädern gestartet, um zu driften.
Der Wagen sei beim Anfahren ausgebrochen, auf den Bürgersteig geraten und habe zwei junge Frauen erfasst, hieß es. Eine 19-Jährige starb wenige Tage später an schweren Kopfverletzungen, eine 17-Jährige wurde mit Knochenbrüchen und lebensgefährlichen inneren Verletzungen im Krankenhaus behandelt.
Gutachten: Kollision vermeidbar
Laut einem Gutachten hätte der Fahrer die Kollision vermeiden können, wenn er das extreme Fahrmanöver rechtzeitig abgebrochen hätte. Die Verteidiger stellten einen Befangenheitsantrag gegen den Gutachter. Der Vorsitzende Richter Jochen Kötter hat bis Mitte März zehn Verhandlungstage angesetzt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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