
Die deutschen Darts-Fans leben in einer Art TV-Paradies. Wenn im legendären Alexandra Palace in London der Weltmeister gesucht wird, können sie kostenlos zuschauen. Der frei zu empfangende Spartensender Sport1 überträgt stundenlang und wird das auch bei der kommenden WM noch einmal tun. Aber über die Zeit danach wird gerade verhandelt - Ausgang offen.
Dass Darts großflächig und mit dem Höhepunkt des Jahres im Free-TV läuft, ist nicht selbstverständlich. Im Mutterland des Pfeilesports müssen Fans für die WM-Übertragungen bezahlen. Die Vereinbarung der Professional Darts Corporation PDC mit dem britischen Pay-TV-Sender Sky Sports ist erst im vergangenen Jahr bis 2030 verlängert worden.
TV-Rechte doppelt so teuer
Der Fünfjahresvertrag umfasst jährlich 60 Tage exklusive Live-Übertragungen hinter der Bezahlschranke, darunter die wichtigsten Veranstaltungen wie die WM. Er kostet nach Angaben des Fachmagazins "Sportspro" mit 125 Millionen britischen Pfund (144 Millionen Euro) doppelt so viel wie der bisherige Kontrakt. Dazu gibt es noch einen kleineren Vertrag der PDC mit dem Free-TV-Sender ITV.
In Deutschland ist der kostenpflichtige Streaminganbieter DAZN der wichtigste Medienpartner der PDC, viele Turniere laufen zur Freude der Fans jedoch per Sub-Lizenz bei Sport1. 500 Stunden Live-Darts hat der Spartensender im Programm, neben der WM im Ally Pally auch die Premier League und den Grand Slam of Darts.
Doch die umfangreichen Vertragswerke laufen mit der kommenden WM im Januar 2027 aus. Und die seit Jahren steigenden Zuschauerzahlen, vor allem Ende Dezember und Anfang Januar, haben in der Branche Begehrlichkeiten geweckt. Darts gilt als boomender Sport.
Sehr hohe Zuschauerzahlen während der WM
Während der jüngsten WM-Wochen erzielte Sport1 mehrfach Reichweiten von mehr als einer Million Zuschauer, beim Finale schauten im Durchschnitt sogar zwei Millionen Menschen zu. Das sind Werte, die auch bei den Sendern von ProSiebenSat.1 und der RTL-Gruppe nicht sehr häufig erreicht werden. Zudem sind die Marktanteile bei den 19- bis 49-Jährigen, die für die Werbevermarktung wichtig sind, beim Pfeilewerfen ungewöhnlich hoch.
"Es gibt offensichtliche Vorteile, wenn Darts im deutschen Free-TV zu sehen ist, und die Beziehung zwischen DAZN und Sport1 hat zu unserem enormen Wachstum in der Region in den letzten zehn Jahren beigetragen", sagte Jamie Banks der Deutschen Presse-Agentur.
Der als Head of Broadcast firmierende PDC-Manager erklärte außerdem: "Wie bei jedem Rechteprozess prüfen wir über einen längeren Zeitraum hinweg, was unserer Meinung nach das Beste für den Sport ist." Eine Garantie für eine WM im frei zu empfangenden Fernsehen gibt die PDC nicht.
"Deutschland ist zweifellos einer unserer wichtigsten Märkte"
Nach dem britischen gilt der deutsche Markt für den Darts-Verband als besonders lukrativ. Die wachsende Zahl an Spielern aus Deutschland erhöht zudem den Wert der TV-Rechte, über die derzeit verhandelt wird, und macht ihn für Free- und für Pay-TV zusätzlich attraktiv.
"Deutschland ist zweifellos einer unserer wichtigsten Märkte", sagte PDC-Manager Banks. "Wir würden Deutschland als einen reifen Markt bezeichnen, da die Fans über viele Jahre hinweg ein Verständnis und eine Freude für diesen Sport entwickelt haben. Es ist fantastisch, so viele Tour-Card-Inhaber aus Deutschland zu sehen." Banks fügte an: "Es scheint, als wären wir nicht mehr weit von einem deutschen Gewinner eines großen TV-Events entfernt."
Sport1 positioniert sich klar
Die meisten TV-Sender halten sich im laufenden Vermarktungsprozess mit öffentlichen Äußerungen zurück. Als sicher gilt nur, dass die öffentlich-rechtlichen Sender beim Rechtepoker nicht mitbieten. Auch die Pay-Anbieter Sky und Telekom haben dem Vernehmen nach wenig Interesse.
Nur Sport1 positioniert sich klar. Darts sei "ein zentrales und wichtiges Recht", teilte der Sender mit: "Entsprechend haben wir großes Interesse, die WM und andere Turniere auch über 2027 hinaus unter wirtschaftlich tragfähigen Rahmenbedingungen abzubilden."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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