
Nach dem Brand in einem Krankenhaus in Ludwigslust mit zwei Toten läuft der Klinikbetrieb mittlerweile wieder normal. "Der Krankenhausstandort Ludwigslust ist mit Ausnahme des Herzkatheterlabors voll leistungsfähig", sagte der Geschäftsführer der LUP-Kliniken, Alexander Gross. Am Freitag hatte eine regionale Gerüstbaufirma mit einem Kran ein Notdach errichtet.
Nach Angaben des Landkreises Ludwigslust-Parchim finden erste Gespräche über schnelle finanzielle Hilfe auf Landes- und Landkreisebene bereits statt. Man bereite sich auf einen Schaden in Höhe von zehn bis zwölf Millionen Euro vor, sagte Landrat Stefan Sternberg (SPD) am Vormittag. Die Klinik müsse rasch wieder errichtet werden.
Die Polizei habe am späten Donnerstagnachmittag die betroffene Kliniketage wieder freigegeben. Nun würden sich die Versicherungsgutachter vor Ort ein Bild machen.
"Brandschutzanlage hat vollumfänglich funktioniert"
"Die Brandschutzanlage dieses Hauses hat vollumfänglich funktioniert", sagte Sternberg. "Das Gebäude entsprach in diesem Gebäudeteil allen brandschutztechnischen Voraussetzungen und war auch geprüft." Dennoch müsse man die Ermittlungen abwarten, diese würden sachlich ausgewertet.
Sorgen mache ihm das viele Wasser, das durch die Löscharbeiten vermutlich in die Dämmung des Gebäudes gelaufen sei. Das Gebäude stehe unter Denkmalschutz und sei mit einer Ziegelfassade vorgeblendet.
Patientenschützer fordern mehr Brandschutz in Kliniken
Eine Art Sprinkleranlage in den Krankenhauszimmern halte Sternberg nicht für sinnvoll. In den Räumen stünden neben den Patientenbetten oft viel Technik. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatte nach dem Brand mehr Maßnahmen in Kliniken gefordert. "Eine gesetzliche Pflicht zur Installation von selbstständigen Löschanlagen in sämtlichen Patienten- und Personalzimmern ist überfällig", sagte Stiftungsvorsitzender Eugen Brysch etwa.
Das Feuer war am frühen Donnerstagmorgen um 4.29 Uhr in einem Zimmer der Gefäßchirurgie-Station ausgebrochen. Einer von zwei später Verstorbenen soll dort gelegen haben, der Zweite wohl in einem Nachbarraum. Bei einem der Opfer handelte es sich nach Polizeiangaben um einen 85 Jahre alten Mann. Zum Zeitpunkt des Brandes waren etwa 100 Menschen in dem Gebäude – gut 80 Patienten und 20 Mitarbeitende.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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