
Ein Mann hat im Würzburger Hauptbahnhof drei ihm offensichtlich unbekannte Menschen mit einem Messer angegriffen. Die Männer im Alter von 51, 55 und 68 Jahren wurden in dem Gerangel leicht verletzt. Sie erlitten jedoch keine Stich- oder Schnittverletzungen, wie die Polizei mitteilte. Passanten, darunter ein Polizist in Zivil, überwältigten den 35 Jahre alten Angreifer. Er wurde festgenommen. Sein Motiv war zunächst unklar.
Der Zugverkehr sei durch die Attacke nicht beeinträchtigt gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. In einer ersten Polizeiinformation war noch von zwei Geschädigten die Rede gewesen, die unverletzt geblieben seien.
Angriff auf Zeugen Jehovas
Nach bisherigen Erkenntnissen war der Verdächtige gegen 7.50 Uhr im Bereich der Eingangshalle an einen Stand der Zeugen Jehovas herangetreten und hatte plötzlich mehrere Stichbewegungen in Richtung des 68-Jährigen ausgeführt. Auch den 55-Jährigen und den 51-Jährigen soll der Mann körperlich angegriffen haben.
Die Zeugen Jehovas sind eine christliche Gemeinschaft mit eigener Bibel-Auslegung. Die Anhänger glauben an Jehova als "allmächtigen Gott und Schöpfer" und sollen sich strengen Vorschriften unterwerfen. Sie sind davon überzeugt, dass eine neue Welt bevorsteht und sie als auserwählte Gemeinde gerettet werden.
Die streng organisierte Gruppe wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von dem Geschäftsmann Charles Taze Russell (1852-1916) in den USA gegründet und finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unter dem Nazi-Regime war die Glaubensgemeinschaft verboten und wurde verfolgt. Weltweit haben die Zeugen Jehovas etwa acht Millionen Mitglieder.
Nach der Attacke am Morgen im Hauptbahnhof wurde der Bereich weiträumig abgesperrt. Neben Spuren werden nun auch die Videoaufzeichnungen gesichert. Zudem soll eine Durchsuchung der Wohnung des 35-Jährigen erfolgen.
Angriff erinnert an Tat von 2021
Der Fall erinnert an die Messerattacke eines psychisch kranken Flüchtlings im Juni 2021 in Würzburg, der in der Innenstadt wahllos auf arglose Passanten eingestochen hatte. Drei Frauen starben, neun Menschen wurden verletzt.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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