
Rund vier Jahre nach der Umweltkatastrophe in der Oder haben sich die Fische aus Expertensicht vergleichsweise gut erholen können - nicht jedoch die zur Wasserreinigung wichtigen Muscheln. Die Folgen für das Ökosystem wirkten noch Jahre nach, teilte das für die Untersuchung der Oder federführende Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) mit. Rund 1.000 Tonnen Fisch sowie Muscheln und Schnecken waren nach Schätzung der Wissenschaftler 2022 verendet.
Schneider für mehr Renaturierung von Flüssen
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sprach sich dafür aus, mehr Rückzugsräume für Lebenswesen in und an Flüssen zu schaffen, um die Natur widerstandsfähiger zu machen. "Das ist gerade angesichts des Klimawandels mit zunehmenden Hitzesommern und langen Trockenphasen wichtig." Der Umweltminister nahm in Schwedt den Abschlussbericht zu einem Untersuchungsprogramm am IGB zur Oder-Katastrophe entgegen.
Im Sommer 2022 waren in dem deutsch-polnischen Grenzfluss Oder tonnenweise Fische verendet. Hoher Salzgehalt, Niedrigwasser, hohe Temperaturen und das Gift der Goldalge (Prymnesium parvum) waren aus Sicht der Wissenschaftler Ursachen für das massenhafte Fischsterben.
Hoher Salzgehalt war ein Faktor
Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei fordert, Salzbelastung und Nährstoffeinträge im Fluss zu verringern und mehr Raum für natürliche Lebensräume zu schaffen. Bundesumweltminister Schneider sagte, zum Zustand der Oder und den Salzeinleitungen sei er mit Polen im Austausch. Das Salz komme aus den Bergbaugebieten auf polnischer Seite. Maßnahmen zur Reduzierung der Einleitungen werden laut Schneider in Polen geprüft.
Zudem war ein Ausbau der Oder mit Buhnen ein Streitthema zwischen Polen und Deutschland. Bundesumweltminister Schneider sagte, er sei sehr zurückhaltend, was einen weiteren Oder-Ausbau betreffe. "Das haben wir auch nicht vor. Wir machen Instandhaltungsmaßnahmen und Renaturierungsmaßnahmen."
Institut: Erholung der Muscheln braucht Jahre
Der Fischökologe Christian Wolter vom Leibniz-Institut in Berlin sagte: "Wir sehen, dass zum Beispiel die relativ gute Erholung bei den Fischen darauf zurückzuführen ist, dass sie Rückzugsräume hatten, dass sie Refugien hatten, wo sie diese Krise abwarten konnten sozusagen und aus denen dann heraus die Wiederbesiedlung erfolgen konnte." Das Risiko für eine erneute Algenblüte müsse unbedingt reduziert werden.
Die Erholung der Großmuscheln, von denen mindestens zwei Drittel verendeten, wird laut Forschungsinstitut noch viele Jahre in Anspruch nehmen. "Das ist ökologisch besonders schwerwiegend, weil Großmuscheln große Mengen Wasser filtrieren und damit zur Reinigung des Flusses beitragen", sagte IGB-Direktorin Sonja Jähnig.
Weitere aktuelle Meldungen aus dem Ressort "Panorama":
- Berlin: 21-Jähriger erstochen – Angeklagter beruft sich auf Notwehr
- Elsenfeld: 60-Jährige erstochen - Schwiegersohn unter Mordverdacht
- Ettlingen: 24-Jähriger nach mutmaßlichem Raubüberfall in U-Haft
- Lippstadt: Versuchter Raub im Supermarkt - Opfer ist Polizist
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Tour de France 2026: Nach Evenepoel-Ärger über Lipowitz: Team will Wogen glätten10.07.2026 - 2
WTA Tennis The HSBC Championships: Alexandra Eala gewinnt klar gegen Shuai Zhang09.06.2026 - 3
Bahn: Weltkriegsbombe in Pforzheim ist entschärft17.05.2026 - 4
Auch Ehepaar attackiert: Nach Angriff auf Wohnungslosen: Drei Verdächtige ermittelt28.05.2026 - 5
Ski alpin 2025: Nächster Ski-Coup für Scheib - Moltzan stürzt heftig27.12.2025
Ähnliche Artikel
Fußball-WM: Kroos: "Keine Meinungsverschiedenheiten" bei Tuchel und Team13.07.2026
TSG 1899 Hoffenheim - FSV Mainz 05 im Live-Stream und TV: Mainz am 04.04.2026 mit schwerer Aufgabe gegen die TSG01.04.2026
Wimbledon: Daria Snigur erringt einen klaren Sieg über Elina Svitolina30.06.2026
Dernau: Weltkriegsbombe in Dernau nach Evakuierung entschärft12.06.2026
WTA Tennis in Charleston Ergebnis: McCartney Kessler entscheidet das Duell souverän gegen Janice Tjen01.04.2026
Königswinter: Feuer in Hotel mutmaßlich durch Defekt an Auto ausgelöst08.06.2026
DFB-Pokal: Pokalkrawalle: DFB reduziert Geldstrafen für Bayern und VfB25.09.2026
Basketball: Comeback fällt aus: Hartenstein fehlt Basketballern verletzt18.08.2026
Skispringen 2025: Freitag bei Skisprung-Tour Zweite - Tagessieg für Prevc31.12.2025
Fußball-WM: Mexikos Ochoa bestätigt Rücktritt nach WM: "Kein Sinn mehr"16.06.2026













