
- Mitten im Juni sorgt die Schafskälte für Frostnächte, Schneeregen und Schnee in den Alpen
- Ab dem Wochenende kippt die Großwetterlage – Temperaturen steigen teils auf über 30 Grad
- Meteorologen erwarten in der zweiten Junihälfte sogar mögliche Hitzetage bis 34 Grad
Mitten im Juni bibbert Deutschland. Die Schafskälte hat die Bundesrepublik fest im Griff und erreicht in dieser Woche ihren Höhepunkt. Am Mittwoch kratzen die Temperaturen vielerorts kaum an der 20-Grad-Marke – im Alpenvorland werden gerade einmal 14 Grad erwartet. Besonders ungewöhnlich: In den Hochlagen der Alpen fällt erneut Schnee. Die Schneefallgrenze sinkt unter 2.000 Meter, oberhalb dieser Marke wird es noch einmal richtig weiß. Selbst auf dem Feldberg im Schwarzwald sind Schneeregen und Schneeflocken möglich. Die Nächte bringen Temperaturen um 6 Grad, in höheren Lagen droht sogar Bodenfrost.
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Währenddessen herrscht auf der Iberischen Halbinsel bereits Hochsommer. In Spanien und Portugal klettern die Werte auf 36 bis 40 Grad – ein Kontrast von mehr als 20 Grad zu den deutschen Verhältnissen. Doch die Kältephase neigt sich dem Ende zu. Ab Samstag zeichnet sich eine grundlegende Änderung der Großwetterlage ab. Ein Hochdruckgebiet schiebt sich von Westen heran und öffnet die Tür für warme Luftmassen aus Südwesteuropa.
Die Erwärmung vollzieht sich schrittweise: Zunächst profitiert der Südwesten Deutschlands. Dort klettern die Temperaturen am Samstag bereits auf 25 bis 27 Grad, während im Rest des Landes immerhin 21 bis 23 Grad erreicht werden. Im Norden und Osten halten sich zunächst noch Wolken und vereinzelte Schauer. Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für den Samstag Höchstwerte zwischen 19 und 27 Grad – von Südwesten bis zur Mitte wird es zunehmend freundlich und trocken.
Sommer kehrt nach Deutschland zurück - Temperaturen bis 32 Grad ab Sonntag
Der Sonntag markiert den eigentlichen Durchbruch der Sommerwärme. Während im Nordosten noch 19 bis 24 Grad gemessen werden, erreichen weite Teile Deutschlands bereits 25 bis 31 Grad. Das Rhein-Main-Gebiet könnte dabei die 30-Grad-Marke knacken.
In der neuen Woche setzt sich der Aufwärtstrend fort. Am Montag erwarten Meteorologen Höchstwerte zwischen 21 Grad an der Ostseeküste und bis zu 32 Grad im Südwesten. Der Dienstag bringt verbreitet 25 bis 33 Grad, am Mittwoch sind sogar 29 bis 34 Grad möglich – damit wären vielerorts Hitzetage erreicht. Einzig im Bergland und Alpenvorland können nachmittags einzelne Schauer und Gewitter auftreten. Diese Wärmegewitter stellen jedoch keine grundlegende Änderung der sommerlichen Großwetterlage dar.
Tropische Welle verlängerte die Kältephase
Hinter dem ungewöhnlich langen Kälteeinbruch steckt ein atmosphärisches Phänomen mit Ursprung in den Tropen. Die sogenannte Madden-Julian-Oszillation – eine wandernde Zone intensiver Gewitteraktivität am Äquator – hat den Jetstream über dem Nordatlantik angeschoben und damit die Schafskälte in Deutschland verlängert.
Doch dieses Signal bricht nun ein. Laut dem Europäischen Wettermodell wird die MJO in den kommenden Tagen und Wochen kaum noch messbar sein. Auch die australische Wetterbehörde bestätigt diesen Absturz in ihren Berechnungen.
Die Konsequenz: Der Jetstream verliert seine Unterstützung. Mit einer Verzögerung von etwa fünf bis sieben Tagen erreicht diese Veränderung Europa – passend zum erwarteten Wetterumschwung am Wochenende. Der Hochdruck kann sich wieder durchsetzen und die warmen Luftmassen aus dem Süden zu uns strömen.
Zweite Junihälfte verspricht Sommerhitze
Das Europäische Wettermodell zeichnet ein optimistisches Bild für die kommenden Wochen. Die zweite Monatshälfte könnte deutlich wärmer ausfallen als üblich – im Süden Deutschlands rechnen die Meteorologen mit Temperaturen bis zu 4 Grad über dem Klimamittel.
Die vorhandene Luftmasse reicht laut Experten locker für 35 Grad. Deutschland könnte damit direkt vom Frühlingswetter in den Hochsommer übergehen. Wegen des warmen Mittelmeers und des stärker werdenden El Niño müssen sich die Menschen auf sehr hohe Temperaturen in diesem Sommer einstellen. Vereinzelte Wärme- und Hitzegewitter gehören dabei zum typischen deutschen Sommerwetter. Diese kurzen Unterbrechungen ändern jedoch nichts an der grundsätzlich stabilen Hochdrucklage, die sich ab dem Wochenende etablieren soll.
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