
- Neue Aufnahmen zeigen tiefe Einkerbungen an Timmys Schwanzflosse
- Experten vermuten mögliche Seilverletzungen als Ursache
- Eine Obduktion soll nun endgültige Klarheit bringen
Neue Unterwasseraufnahmen des verstorbenen Buckelwals Timmy offenbaren erschreckende Details: An seiner Schwanzflosse, der sogenannten Fluke, sind deutliche tiefe Einkerbungen zu erkennen. Die Verletzungen haben sich entlang des Schwanzansatzes tief ins Gewebe gegraben.
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Der TikToker Jim Salabim reiste gemeinsam mit einem Taucher zur dänischen Insel Anholt, um den Kadaver des Meeressäugers aus nächster Nähe zu dokumentieren. Die dabei entstandenen Bilder zeigen die Wunden in aller Deutlichkeit. Auffällig ist der Zustand der Kerben: Während der übrige Walkörper bereits Seegras und Verfärbungen aufweist, erscheinen die Verletzungen an der Fluke frisch. Am 14. Mai war der tote Wal vor Anholt angespült worden – zwei Tage später bestätigten die Behörden: Es handelt sich um Timmy.
Walexperte vermutet Seile als Ursache
Woher stammen diese markanten Verletzungen? Der Walexperte Fabian Ritter ordnet die Aufnahmen gegenüber "Bild" ein: "Es sieht nach einer Verletzung aus, aber eine Einschätzung auf Basis des Bildes ist schwierig. Ich würde sagen, dass die Kerben gut und gerne von einem oder mehreren Seilen kommen können." Ein Blick zurück auf den 1. Mai liefert mögliche Erklärungen. An diesem Tag unternahm das private Rettungsteam vor der dänischen Nordspitze im Skagerrak den Versuch, Timmy mithilfe von Seilen aus seiner Transportbarge ins Meer zu befördern. Drohnenbilder dokumentieren das hektische Treiben mit den Leinen. Ein kleines Motorboot sollte das Tier herausziehen – der Versuch scheiterte jedoch.
Widersprüchliche Aussagen zur Freilassung des Buckelwals
Am darauffolgenden Tag, dem 2. Mai, gelang schließlich die Freilassung – doch über die genauen Umstände gehen die Darstellungen auseinander. Rettungsteam-Mitglied Jeffrey Foster berichtet, der Buckelwal sei an seiner Schwanzflosse aus der Barge gezogen worden. Dies sei nicht vorgesehen gewesen. Laut Foster wurde Timmy am Schlepper "Robin Hood" befestigt, während der größere Schlepper "Fortuna B" mit der Barge heranfuhr und das Tier dabei unsanft herausgezogen habe. Die Geldgeberin der Mission, Karin Walter-Mommert, widerspricht dieser Version. Sie habe bereits am 1. Mai den Versuch abbrechen lassen, als an der Fluke gezogen wurde. Für den nächsten Morgen sei eigentlich eine Beratung über das weitere Vorgehen vereinbart gewesen.
Obduktion soll Wahrheit ans Licht bringen
Eine geplante Untersuchung des Kadavers in der dänischen Hafenstadt Grenaa soll nun endgültig klären, was mit Timmy geschah. Doch der Transport gestaltet sich schwierig: Am Donnerstag scheiterten drei Versuche, den stark aufgeblähten Wal von der Sandbank ins Wasser zu ziehen. Die Behörden mussten abbrechen und kündigten an, nach Pfingsten einen neuen Anlauf zu wagen. Die Unterwasseraufnahmen werfen zudem weitere Fragen auf. An Timmys Seite ist eine große Delle zu erkennen, die während seines Aufenthalts in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht bekannt war. Ob der Buckelwal möglicherweise von einem Schiff angefahren wurde, könnte ebenfalls die Obduktion aufklären.
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