
Im Prozess um mehrere gefilmte Vergewaltigungen seiner Partnerin in der Region Hannover will sich der Angeklagte nicht äußern. Der 39-Jährige werde von seinem Schweigerecht Gebrauch machen, sagte Verteidiger Marcin Raminski zum Auftakt im Landgericht Hannover. Zwischen November 2021 und März 2026 soll der Mann seine damalige Lebensgefährtin in 103 Fällen betäubt, vergewaltigt und die Taten gefilmt haben.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Polen vor, seiner ebenfalls polnischen Partnerin in der gemeinsamen Wohnung in Ronnenberg bei Hannover Schlafmittel oder Ketamin verabreicht haben, um sie zu betäuben. Als die Frau ihr Bewusstsein verloren hatte, soll der Angeklagte sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen haben. Von den vorgeworfenen Taten soll er Videos erstellt und diese teils in Chatgruppen weitergeleitet und im Internet hochgeladen haben.
Anklage: Betäubtes Opfer oft regungslos im Tiefschlaf
Fast eine Stunde benötigte die Staatsanwältin zum Verhandlungsbeginn, um die 103 Fälle aus der Anklageschrift jeweils knapp zu beschreiben. Immer wieder soll der Angeklagte die Frau sediert und das tief schlafende, regungslose Opfer sexuell missbraucht haben. Von den einzelnen Taten soll der Mann manchmal mehr als 100 Videos erstellt haben. Auch heimliches Filmen der Frau beim Baden oder Duschen wird dem Mann vorgeworfen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Der Fall weckt Erinnerungen an den Missbrauchsskandal um Gisèle Pelicot. Die Französin wurde von ihrem damaligen Ehemann über knapp zehn Jahre mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten. Neben ihrem Ex-Mann wurden 50 Mittäter im Jahr 2024 zu langen Haftstrafen verurteilt.
Ermittlerin: Pelicot-Fall und Recherchen führten zum Angeklagten
Eine Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes in Nordrhein-Westfalen berichtete als Zeugin, dass das aktuelle Verfahren in Niedersachsen unter anderem nach den Enthüllungen um den Pelicot-Fall in Frankreich und Investigativ-Recherchen in Deutschland ins Rollen kam. Der Prozess soll am 16. September fortgesetzt werden. Dann könnte es zur Vernehmung des mutmaßlichen Opfers kommen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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