
- Tödliches Verbrechen in Leipziger Innenstadt: Auto raste in Menschenmenge
- Tatverdächtiger festgenommen
- Ermittlungen zur Ursache dauern an, Auslöser unbekannt
Nach der mutmaßlichen Amokfahrt in der Grimmaischen Straße wird der mutmaßliche Täter am Dienstag (05.05.2026) einem Haftrichter vorgeführt. Der 33-jährige Deutsche war am Montagabend unmittelbar nach der Tat festgenommen worden.
Mutmaßliche Amokfahrt in Leipzig - zwei Menschen in Einkaufsstraße getötet
Bei dem Verbrechen in der Grimmaischen Straße kamen am Montag (04.05.2026) zwei Menschen ums Leben: eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann. Beide Opfer besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit. Drei weitere Personen erlitten schwere Verletzungen, deren aktueller Gesundheitszustand ist bislang nicht bekannt.Insgesamt sind nach Polizeiangaben rund 80 Menschen von der Amokfahrt betroffen. Wie viele davon tatsächlich körperliche Verletzungen davontrugen, konnte bislang nicht abschließend geklärt werden.Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte bereits am Montagabend die Opferzahlen bestätigt. Noch am Abend der Tat stellten Bürger erste Kerzen am Augustusplatz auf.
Tödliche Autofahrt in Leipzig - Ermittlungen wegen Mordes
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen zweifachen Mordes sowie versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen eingeleitet. Der Beschuldigte ist gegen 16.45 Uhr mit seinem Fahrzeug vom Augustusplatz aus in die belebte Einkaufsstraße gefahren und hatte dabei zahlreiche Passanten erfasst.
Wieso fuhr der Tatverdächtige in die Menschenmenge?
Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen in Deutschland geborenen Mann, der in der Region Leipzig lebt. Nach Informationen der dpa war er den Behörden bereits vor der Tat bekannt, jedoch nicht wegen einschlägiger Delikte. Die "Leipziger Volkszeitung" hatte zuerst darüber berichtet.
Zu dem möglichen Auslöser für die Tat machte die Justiz bislang keine Angaben. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) stufte den 33-Jährigen am Montagabend als wahrscheinlichen Einzeltäter ein. Die Ermittler schließen nach bisherigem Kenntnisstand ein politisches oder religiöses Motiv aus. Bei seiner Festnahme direkt am Tatort soll der Mann psychisch auffällig gewesen sein, wie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei einem Bürgerdialog in Meißen erklärte. Der Beschuldigte ließ sich ohne Gegenwehr von den Beamten festnehmen, während er noch in seinem Fahrzeug saß.
Ermittlungen dauern an
Die Polizei setzt ihre Ermittlungsarbeit am Tatort fort. Sowohl die Grimmaische Straße als auch der Marktplatz bleiben bis zum späten Dienstagnachmittag für die Öffentlichkeit gesperrt, während Beamte dort Spuren sichern.
Gedenkandacht am 5. Mai in der Nikolaikirche
Für den heutigen Dienstag ist um 17 Uhr eine ökumenische Gedenkandacht in der Nikolaikirche geplant. Dies teilte Sebastian Feydt, Superintendent der evangelisch-lutherischen Kirche, mit. Sowohl die Nikolaikirche als auch die Thomaskirche stehen den ganzen Tag offen, um Trauernden Raum für Gespräche, Seelsorge und das Anzünden von Kerzen zu bieten.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) äußerte sich bestürzt über das Verbrechen: "Das erschüttert mich zutiefst. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien." Den Verletzten wünsche er Kraft und schnelle Genesung.
Nach der tödlichen Amokfahrt durch die Leipziger Innenstadt wird der Täter in eine Psychiatrie eingewiesen. Ein Ermittlungsrichter habe die Unterbringung des 33-jährigen Deutschen in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet, teilte die Staatsanwaltschaft Leipzig mit.
Die Polizeidirektion Leipzig und das Landeskriminalamt Sachsen suchen Zeugen, die zur Tatzeit in der Innenstadt waren und Angaben zum Tathergang, dem Fahrer oder dem Fahrzeug machen können. Zeugen können sich unter 0341/ 966 46666 oder unter dem Hinweisportal sn.hinweisportal.de des Landeskriminalamtes Sachsen melden.
Hinweis: Das Kriseninterventionsteam bietet Betroffenen nach der Tat Hilfe an. Dafür veröffentlichten sie auf Instagram Informationsmaterial. Weitere Unterstützung finden Sie auf deren Webseite. Zudem unterstützt die Telefonseelsorge unter der Telefonnummer 0800/111 0 111.
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