
Jahrzehntelange Feindschaft, hitzige Duelle und wiederholte Ausschreitungen: Das Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern am Freitagabend (18.00 Uhr/Sky) verspricht in der ersten Runde des DFB-Pokals große Brisanz. Die Polizei will vor allem eines verhindern: ein Aufeinandertreffen der Fanlager.
Die Rivalität bekam in den 1980er Jahren mit dem Aufstieg der Mannheimer in die Bundesliga 1983 eine neue Dimension. Das Waldhof-Stadion war nicht bundesligatauglich, deshalb trugen die "Buwe" ihre Heimspiele in der Pfalz aus. Durch den vorübergehenden Wechsel ins Ludwigshafener Südweststadion wuchsen in Kaiserslautern die Sorgen, dass der Waldhof Zuschauer und Anhänger gewinnen könnte. Und tatsächlich: Mannheims Zuschauerschnitt lag in der Aufstiegssaison deutlich über jenem des FCK. Es entwickelten sich Spannungen, die sich zunehmend auf die Fanlager übertrugen.
Beide Clubs trennen nur 60 Kilometer
Die Feindschaft der beiden Fanszenen sei seit Jahrzehnten stark ausgeprägt, erklärte der erste Polizeihauptmeister Stefan Wilhelm vom Mannheimer Präsidium der Deutschen Presse-Agentur. Das hängt auch mit der räumlichen Nähe zusammen: Zwischen Mannheim und Kaiserslautern liegen nur rund 60 Kilometer.
Schon die Bundesliga-Spiele zwischen 1983 und 1990 wurden immer wieder von Auseinandersetzungen überschattet. Besonders in Erinnerung ist das Spiel im April 1987 geblieben, als es nach dem 4:3-Sieg der Mannheimer zu Tumulten kam - auch auf dem Platz. Beim Pokalspiel 2001 in Mannheim, das der FCK in der Schlussminute durch ein Tor von Olaf Marschall für sich entschied (3:2), kam es zu Verkehrschaos, Prügeleien und dem Abbrennen von Pyrotechnik.
Besonders skurril eskalierte die Rivalität 2019, als zunächst am Elf-Freunde-Kreisel in Kaiserslautern die Köpfe zweier Beton-Figuren abgeschlagen wurden. Daraufhin revanchierten sich die FCK-Anhänger und setzten in der Nähe des Mannheimer Stadions ein Schwein aus, das mit Anti-Waldhof-Parolen beschmiert war.
Bilanz spricht für den FCK
Aus sportlicher Sicht liegt der letzte Waldhof-Sieg fast 30 Jahre zurück. Im damaligen Zweitliga-Duell gewannen die Mannheimer mit 2:0. Seither gab es drei FCK-Erfolge sowie fünf Unentschieden. Während der Corona-Phase triumphierten die "Roten Teufel" unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit 2:0 in Mannheim - damals schon im FCK-Kader: Marlon Ritter.
Der Kapitän weiß um die besondere Bedeutung des Duells. Ritter sagte nach dem Südwest-Schlager gegen den Karlsruher SC mit Blick auf das nun anstehende Nachbarschaftsduell: "Jetzt geht es ins richtige Derby. Ich glaube, das wird noch einmal emotionaler. Für mich sind die richtigen Derbys Saarbrücken und Mannheim und in Mannheim kommt am Freitag noch einmal etwas ganz anderes auf uns zu."
Übrigens: FCK-Trainer Torsten Lieberknecht und SVW-Angreifer Terrence Boyd kennen beide Seiten: Sie standen bei beiden Clubs unter Vertrag.
Sportlich gehen beide Mannschaften mit unterschiedlichen Vorzeichen ins Derby. Der FCK steht bislang defensiv stabil, wartet offensiv aber noch auf den ersten Pflichtspiel-Treffer. Im Derby wollen die Lauterer nach zwei torlosen Unentschieden ihren Fans endlich einen Grund zum Jubeln liefern.
Der Waldhof ist nach dem Trainerwechsel hingegen gut in die neue Spielzeit gestartet. Nach dem Auftakterfolg gegen Zweitliga-Absteiger Düsseldorf kamen die Mannheimer zu einem 3:3 beim Aufstiegsmitfavoriten Hansa Rostock.
So bewertet die Polizei die Sicherheitslage
Wegen der ausgeprägten Rivalität der Fanlager und des K.-o.-Charakters der Partie setzt die Polizei nach eigenen Angaben besonders auf eine strikte Fantrennung - vor allem vor Spielbeginn und nach dem Schlusspfiff. Geplant sind umfangreiche Maßnahmen im Stadtgebiet und rund um das Carl-Benz-Stadion. Für die Gästefans sind die Parkplätze Friedensplatz 2 und 3 vorgesehen. Zudem wird ein Shuttlebus vom Hauptbahnhof zum Stadion bereitgestellt. Für mit der Bahn anreisende FCK-Fans ist eine polizeiliche Eskorte vorgesehen, erklärte Wilhelm.
"Aus einsatztaktischen Gründen machen wir über die Anzahl der eingesetzten Beamtinnen und Beamten keine konkreten Angaben", erklärte der Polizeihauptmeister. Es werde aber eine Vielzahl an Einsatzkräften und entsprechender Ausrüstung vor Ort sein. Das Aufgebot werde der jeweiligen Lage angepasst. Auch auf mögliche Szenarien bei einer Verlängerung oder einem Elfmeterschießen sei die Polizei vorbereitet. "Für die etwaige Dämmerung und drohende Dunkelheit werden geeignete Maßnahmen getroffen, den Einsatzraum bestmöglich zu erhellen", sagte Wilhelm.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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