
"Wenn die Leute kommen und der erste Beat kommt, dann ist da schon immer Gänsehaut – das wird sich auch nie verändern", sagt David Egger. Er steht vor dem größten Floor des Fusion-Festivals an der Mecklenburgischen Seenplatte: der Turmbühne. Wenn hier eine der rund 300 Lampen aufleuchtet, dann sind er und Sebastian Mähler als Lichtdesigner dafür verantwortlich.
Das erste Mal sei Egger, der auch für andere Konzerte und Events arbeitet, vor etwa 20 Jahren auf der Fusion gewesen, damals noch als Gast. Das alternative Musik- und Kulturfestival gilt als eines der größten in Deutschland und Europa. Es sei schon "mindblowing" gewesen, sagt der 42-Jährige. Inzwischen sind er und Mähler fester Bestandteil der Fusion.
"Das Besondere ist natürlich, dass man Konzepte fahren kann, die nirgendwo anders gehen, weil eben auch mal etwas schiefgehen darf", erzählt Mähler. Der 40-Jährige arbeitet sonst als Beleuchtungsmeister an der Berliner Volksbühne. "Deswegen traut man sich natürlich auch viel mehr." Zum Glück gehe es aber öfter gut als schief.
2027 ohne Fusion
Das fünftägige Fusion-Festival findet jedes Jahr statt und verbindet Techno, Rock, Pop und andere Musikstile mit Theater, Kunst, Workshops oder politischer Bildung. Rund 65.000 Gäste erwarten die Veranstalter in diesem Jahr. Am vergangenen Donnerstagabend – kurz nach Eröffnung der großen Bühnen – musste die Veranstaltung wegen Bränden zeitweise unterbrochen werden.
2027 müssen viele Fusion-Fans aber tapfer sein: Das Festival legt eine Pause ein. Die Organisatoren wollen über inhaltliche und strukturelle Möglichkeiten nachdenken, sagt Max Weidling vom Verein Kulturkosmos Müritz. Das Gelände auf dem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz solle zudem landschaftlich gepflegt werden, etwa um den Boden aufzulockern und zu glätten.
"Wie ein zweiter Vollzeitjob"
Rund 250 Crews und mehr als 10.000 Menschen aus aller Welt arbeiten demnach hinter den Kulissen. Neben der Turmbühne gibt es noch rund 40 weitere Bühnen und Spielstätten. "Die letzten Monate waren eigentlich wie ein zweiter Vollzeitjob", sagt Nikolay Veter. Er baut und betreut zusammen mit Anaïs Kohler und Jan Gerlach die Dubstation, eine der ältesten Bühnen des Festivals.
Aber es lohne sich: "Es ist wirklich ein besonderer Raum", sagt Veter. "Klar, es geht natürlich um Selbstentfaltung", aber auch darum, zusammen etwas zu schaffen. Das fehle in der Gesellschaft oft. "Eben nicht einfach Arbeit auszuführen, dessen Früchte man gar nicht so wirklich wahrnimmt."
Den Alltag hinter sich lassen
Auf das Fusion-freie Jahr blicken die Lichtgestalter von der Turmbühne gelassen. "Es ist auch Stress", sagt Egger, besonders in den Wochen vor Festivalstart. Auf der anderen Seite lasse man seinen Alltag auch für eine Weile hinter sich und tauche in eine andere Welt ein.
Eine Pause lasse Raum für grundsätzliche Überlegungen, sagt Mähler. Dennoch: "Ich kann mich an den Gedanken gewöhnen, dass es sie ein Jahr nicht gibt", sagt er. "Aber ich fände es fürchterlich, wenn es die Fusion nicht mehr gäbe."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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