
Nach dem Messerangriff auf eine Frau und ihre vier Kinder im nordrhein-westfälischen Bergkamen soll der Tatverdächtige psychiatrisch begutachtet werden. Das sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der 20-jährige Deutsche sitzt in Untersuchungshaft.
Angreifer war "bester Freund"
Die 26 Jahre alte Mutter habe ihn in einer ersten Vernehmung als ihren besten Freund bezeichnet. Der Mann soll sie im Schlaf angegriffen haben. Das Motiv für den Gewaltausbruch liege weiter völlig im Dunkeln, so die Staatsanwältin. Der Mann mache keine Angaben zur Tat. Ihm wird versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen vorgeworfen.
Bei dem Messerangriff waren die Mutter und ihre vier Kinder schwerst verletzt worden. Das älteste Kind, ein achtjähriges Mädchen, habe 15 bis 20 Stich- und Schnittverletzungen am gesamten Körper und am Kopf erlitten, sagte die Staatsanwältin. Ihr sieben Jahre alter Bruder habe ebenfalls Stiche am Kopf und Hals erlitten. Er sei inzwischen noch einmal operiert worden, weil er Lähmungserscheinungen im Gesicht gezeigt habe.
Verdächtiger war zum Feiern in Bergkamen
Die 26-Jährige und die beiden ältesten Kinder würden weiter auf Intensivstationen behandelt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag. Die achtjährige Tochter sei stark traumatisiert. Lebensgefahr bestehe für die Verletzten aber nicht. Die beiden jüngsten Kinder - drei und fünf Jahre alt - seien nicht auf Intensivstationen untergebracht.
Der 20-jährige Tatverdächtige habe mit Einverständnis der Mutter bei der Familie übernachtet, weil er in Bergkamen abends unterwegs gewesen sei, schilderte die Staatsanwältin. Gegen 2 Uhr morgens sei er nach der Schilderung der Mutter in der Wohnung angekommen. Er sei alkoholisiert gewesen. Gegen 3 Uhr hätten alle wieder geschlafen.
Um 5.20 Uhr habe er dann die Familie angegriffen. Dabei habe er nach aktuellen Erkenntnissen zwei Messer benutzt: eins mit einer etwa zehn Zentimeter langen Klinge und ein noch längeres Messer.
Großfahndung nach Tatverdächtigem
Nach dem Angriff war der Tatverdächtige nach Angaben der Ermittler vom Tatort geflohen. Die Polizei hatte eine Fahndung eingeleitet. Nach mehreren Stunden der Suche wurde der 20-Jährige schließlich an seiner Wohnanschrift entdeckt und festgenommen. Dort soll er sich in einem Keller versteckt haben.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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