
Die Bundesregierung will für den Einsatz sogenannter K.o.-Tropfen höhere Strafen. Wer die gefährlichen Mittel für eine Vergewaltigung oder einen Raub einsetzt, soll laut einem Entwurf, den das Kabinett jetzt beschlossen hat, künftig mit mindestens fünf Jahren Freiheitsstrafe rechnen. Dazu sollen K.o.-Tropfen rechtlich so eingestuft werden wie eine Waffe oder ein gefährliches Werkzeug. Wer diese bei einer Vergewaltigung verwendet, für den gilt jetzt schon eine Mindeststrafe von fünf Jahren Haft.
Eine bundesweite Polizeistatistik zum Einsatz von Substanzen, die das Opfer vor einem sexuellen Übergriff wehrlos machen sollen, gibt es nicht. In den meisten Fällen wird vermutet, dass die Tropfen in einer Bar oder einem Club heimlich verabreicht wurden. Es gibt aber auch Fälle, in denen Vergewaltigungsopfern von einem Besucher in ihrem eigenen Zuhause K.o.-Tropfen verabreicht wurden.
Reaktion auf BGH-Urteil
Der Bundesgerichtshof hatte 2024 entschieden, dass K.o.-Tropfen nicht als "gefährliches Werkzeug" im Sinne des Strafgesetzbuches zu verstehen seien. Die Bundesrechtsanwaltskammer hat in einer Stellungnahme zu dem Entwurf des Bundesjustizministeriums angemerkt, das Ausmaß, in dem im Nachtleben narkotisierende Stoffe heimlich verabreicht würden, werde überschätzt. Lokale Studien zu entsprechenden Verdachtsfällen hätten ergeben, dass die Betroffenen in der Regel die Wirkung ihres Alkoholkonsums falsch eingeschätzt hätten. Simon Pschorr, Staatsanwalt aus Regensburg, wies in seiner Stellungnahme allerdings darauf hin, dass eine Intoxikation mit K.o.-Tropfen häufig nicht nachgewiesen werden könne, dass das Tatopfer eine gewisse Zeit benötige, "um sich angesichts der Gedächtnislücken wieder zu sammeln" und den Einsatz eines narkotisierend wirkenden Mittels zu vermuten.
Hubig: Besonders hinterhältige Taten
"Das ist sexuelle Gewalt in einer besonders schlimmen Form - und sie trifft vor allem Frauen", sagt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig. Vergewaltigungen unter Einsatz von K.o.-Tropfen seien "besonders hinterhältig und gefährlich". Die SPD-Politikerin bezeichnet die geplante Reform als Teil einer Gesamtstrategie der Bundesregierung zum besseren Schutz vor Gewalt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "Panorama":
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
NFL live: Atlanta Falcons - New Orleans Saints im Livestream03.01.2026 - 2
Handball: Nervenkrimi gegen Kiel: Melsungen gewinnt European League31.05.2026 - 3
NBA 2026: Krimi in New York - Atlanta Hawks schlagen New York Knicks knapp22.04.2026 - 4
Berlin/Potsdam: Wolken und sommerliche Temperaturen02.06.2026 - 5
Leon Kratzer: Statistiken, Steckbrief und BBL-Leistungen beim FC Bayern München Basketball13.05.2026
Ähnliche Artikel
SV Wehen Wiesbaden - VfL Osnabrück im Live-Stream und TV: Tabellenführer Osnabrück am 36. Spieltag gegen die Taunussteiner30.04.2026
Fußball News: Nach Blitz-Debüt: Füllkrug fühlt sich bei Milan wie zuhause03.01.2026
Hamburg Open: Frances Tiafoe dominiert das Spiel gegen Diego Dedura17.05.2026
Meghan Markle und Prinz Harry: "Manipulativ" und "egoistisch" - Adelsexpertin übt scharfe Kritik31.01.2026
Kriminalität: Bitcoin-Milliarden von Raubkopie-Portal im Visier der Justiz24.02.2026
WTA Tennis in Miami Ergebnis: Siniakova / Townsend zerschlägt Panova / Rakhimova21.03.2026
WTA Tennis in Austin Ergebnis: Bianca Andreescu dominizert Renata Zarazua11.03.2026
WTA Tennis in Rabat: Yasmine Kabbaj zerschlägt Tatjana Maria20.05.2026
Nach Explosion in Görlitz: Wie sicher sind Gasleitungen in Sachsen?31.05.2026
Unterricht an Privatschulen: Als Lehrerin ausgegeben: Hochstaplerin erhält Haftstrafe30.03.2026













