Mehr als 43 Jahre nach dem Mord an einem Prostituierten in Hamburg gibt es keinen Zweifel mehr an der Täterschaft. Das Urteil des Landgerichts Hamburg gegen einen Angeklagten ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof wies die Revision des 62-Jährigen zurück. Die Überprüfung des Urteils habe keinen Rechtsfehler zu seinem Nachteil ergeben, teilte die Pressestelle des Bundesgerichtshofs mit.
Das Landgericht hatte den gehörlosen Mann am 28. Mai zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die Strafkammer sprach den Deutschen in einem Indizienprozess schuldig.
Drei Schüsse auf wehrloses Opfer
Bei dem Opfer handelte es sich um einen transsexuellen Prostituierten. Die Tat war in der Nacht zum 11. Januar 1983 in dessen Wohnwagen auf einem Parkplatz im Stadtteil Hammerbrook verübt worden. Der damals 41-Jährige, der sich nach Angaben der Vorsitzenden Richterin am Landgericht Angelique nannte, hatte den Angeklagten in der Nähe der Reeperbahn angesprochen und als Freier in seinem Auto zum Wohnwagen mitgenommen.
Unvermittelt habe der damals 18 Jahre alte Angeklagte mit einem Revolver drei Schüsse auf den auf einem Bett sitzenden und völlig wehrlosen Prostituierten abgegeben. Das Opfer verblutete am Tatort, während der Täter mit dessen Portemonnaie, Sparbuch und anderen Wertgegenständen flüchtete. Später wurden die achtlos weggeworfenen Dinge in der Nähe des S-Bahnhofs Hammerbrook und unweit der Wohnung der Mutter des Angeklagten gefunden. Im Portemonnaie fehlten 100 D-Mark.
DNA-Spur nach über 20 Jahren zugeordnet
Nach Überzeugung der Strafkammer stammten die von der Polizei sichergestellten Projektile aus einem Revolver des Angeklagten. Eine DNA-Spur auf einer Zigarettenkippe im Aschenbecher des Autos konnte im Jahr 2004 entschlüsselt werden. Doch erst im Jahr 2025 befasste sich eine Kriminalkommissarin erneut intensiv mit dem Fall. Im November vergangenen Jahres war der von Geburt an gehörlose und mehrfach vorbestrafte Angeklagte verhaftet worden.
Nach Überzeugung des Landgerichts waren die tödlichen Schüsse ein Mord. Es seien die Mordmerkmale der Heimtücke, der Habgier und des Handelns zur Ermöglichung einer Straftat erfüllt. Sei 1979 gilt in Deutschland, dass Mord grundsätzlich nicht verjährt, Täter also bis an ihr Lebensende mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen müssen.
Urteil nach Jugendstrafrecht
Zur Tatzeit war der Angeklagte Heranwachsender. Auf der Grundlage früherer Gutachten in anderen Strafverfahren gegen den Beschuldigten wandte das Gericht das Jugendstrafrecht an. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Jugendstrafe von sieben Jahren Haft gefordert, der Verteidiger Freispruch. Der Angeklagte hatte nach den Worten der Gebärdendolmetscher nach der Urteilsverkündung gesagt: "Ich schwöre bei Gott, dass ich es nicht war."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
Weitere aktuelle News zum Thema "Kriminalität":
- Polizei-News Bielefeld, 19.10.26: Gefährliche Körperverletzung nach Fußballspiel
- Polizei-News Arnsberg, 19.10.26: Interkommunale Herbstübung - Feuerwehren Arnsberg und Wickede erproben den Ernstfall
- Polizei-News Erfurt, 19.10.26: Polizeibekannte Frau zeigt verfassungsfeindlicher Gruß auf dem Bahnhofsvorplatz
- Polizei-News Bellheim, 19.10.26: Verkehrsunfall endet in handfester Auseinandersetzung - zwei Führerscheine sichergestellt
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Nachrichten am 12. März 2026: Das passiert heute in Deutschland und der Welt12.03.2026 - 2
NFL Regular Season 2026: Minnesota Vikings - Green Bay Packers im TV13.09.2026 - 3
Fußball-Nationalmannschaft: Bundestrainer-Fahrplan: DFB-Spitze zu Klopp - Völler-Pläne04.07.2026 - 4
Schönau im Schwarzwald: Gleitschirmflieger stürzt bei Landeanflug ab01.06.2026 - 5
Magdeburg: Über 200 Menschen warten auf lebenswichtiges Spenderorgan05.06.2026
Ähnliche Artikel
Sydney Sweeney: Hüllenloser Gold-Look erinnert an legendären Bond-Moment07.01.2026
NHL: Calgary Flames und Minnesota Wild im direkten Vergleich22.10.2026
Fußball-WM: 75 Euro für WM-Kindertrikot – Union kritisiert Adidas30.05.2026
Fußball-WM: Wie die Kongolesen die WM-Überraschung gegen Ronaldo feiern18.06.2026
Handball: Champions League: Deutsche Teams kennen Vorrundengegner26.06.2026
NHL: Toronto Maple Leafs zu Gast bei Utah Mammoth13.10.2026
Prozess (Gericht): Über sieben Jahre Haft für schweren Missbrauch der Enkelin27.01.2026
NFL 2025: Dramatisches Finish - Los Angeles Chargers verlieren hauchdünn gegen Houston Texans28.12.2025
FC Augsburg: So steht FCA nach dem 4:3 gegen SV 07 Elversberg da18.10.2026
Nations League: Spontaner Klopp spricht über Euphorie, Xavi und Musiala23.09.2026











