
Im Fall der mit Rattengift versetzten Babykost des Herstellers Hipp ist in Österreich ein Verdächtiger festgenommen worden. Wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag sagte, wurde der 39-Jährige am Vortag im Bundesland Salzburg gefasst. Er werde noch immer verhört und im Laufe des Tages in die Justizanstalt Eisenstadt im Osten Österreichs überstellt, hieß es. Nach einem möglichen weiteren Gift-Gläschen wird weiterhin gesucht.
Die Polizei schwieg vorerst über die Identität des Mannes - aus ermittlungstaktischen Gründen, wie es hieß. Ob und was er ausgesagt hat, blieb auch unklar. Es sei noch zu früh darüber zu sprechen, ob der Verdächtige allein gehandelt habe, antwortete der Polizeisprecher auf eine Frage der dpa.
Untersuchungshaft beantragt
Der 39-Jährige wurde von der Polizei mit Unterstützung des österreichischen Bundeskriminalamtes festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungshaft für den Verdächtigen beantragt.
Mit Rattengift in Babynahrung wurde versucht, den Babykosthersteller aus dem bayerischen Pfaffenhofen an der Ilm zu erpressen. In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden laut Polizei insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser mit Rattengift entdeckt. Eines davon tauchte in einem Supermarkt in der Nähe von Eisenstadt im Bundesland Burgenland auf. Nach einem zweiten möglicherweise vergifteten Glas wird in Österreich weiterhin gesucht. Das deutsche Sortiment war nach Angaben von Hipp nicht betroffen.
In dem in Österreich sichergestellten 190-Gramm-Gläschen "Karotten mit Kartoffeln" fanden die Ermittler insgesamt 15 Mikrogramm Rattengift - welcher Art das Gift war, wurde bis jetzt nicht bekannt. Fachleute untersuchen, wie gefährlich die Substanz in der gefundenen Dosis war. Das Ergebnis liegt noch nicht vor.
Nicht zum ersten Mal Babynahrung das Ziel
"Hipp ist Opfer einer Erpressung", hatte das Unternehmen im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm am 20. April mitgeteilt. Das Unternehmen schrieb auf seiner Homepage: "Unmittelbar nach Kenntnisnahme haben wir sofort die zuständige Polizei und Behörden informiert und einen internen Krisenstab eingerichtet."
Die Erpresser-Mail war aber schon Ende März bei Hipp eingetroffen, wie Geschäftsführer Stefan Hipp der österreichischen Zeitung "Die Presse" sagte. Allerdings sei das Schreiben in einem Sammelpostfach gelandet, das nur alle zwei bis drei Wochen kontrolliert werde.
Mehrfach waren in der Vergangenheit namhafte Unternehmen Ziel von Erpressungsversuchen mit vergifteten Lebensmitteln geworden. Nicht zum ersten Mal war Babynahrung das Ziel.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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