
Ein indischer Milliardärssohn will 80 zur Tötung vorgesehene Nilpferde des Drogenbarons Pablo Escobar aus Kolumbien nach Indien umsiedeln. "Diese 80 Nilpferde haben nicht gewählt, wo sie geboren wurden noch haben sie die Umstände geschaffen, denen sie jetzt gegenüberstehen", erklärte der indische Unternehmer Anant Ambani, der das Tierzentrum Vantara gegründet hat und aus der einflussreichen Familie hinter dem Großkonzern Reliance Industries stammt.
Ambani appellierte an die kolumbianische Regierung, die geplante Keulung zu überdenken und stattdessen eine "sichere und wissenschaftlich begleitete Umsiedlung" zu prüfen. Sein Zentrum im Bundesstaat Gujarat habe angeboten, die Tiere aufzunehmen und zu versorgen sowie eine "vollständig ausgestattete Alternative" vorzulegen – vorbehaltlich notwendiger Genehmigungen und logistischer Planung.
"Sie sind lebendige, empfindsame Wesen und wenn wir die Möglichkeit haben, sie durch eine sichere und humane Lösung zu retten, haben wir die Verantwortung, es zu versuchen", sagte Ambani weiter.
Die Umsetzung eines solchen Vorhabens gilt jedoch als schwierig. Eine Umsiedlung ins Ausland hängt laut Umweltministerium davon ab, dass andere Staaten die Tiere aufnehmen und entsprechende Genehmigungen erteilen. Anfragen an mehrere Länder – darunter Indien – seien bislang an rechtlichen, technischen und finanziellen Hürden gescheitert, berichtete die Zeitung "El Tiempo" unter Berufung auf das Ministerium.
80 Nilpferde sollen gekeult werden
Die kolumbianische Regierung hatte angekündigt, die Population der invasiven Tiere zu reduzieren und zunächst etwa 80 Nilpferde zu töten.
Schätzungen zufolge leben derzeit rund 200 Nilpferde in Kolumbien. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Population bis ins Jahr 2035 auf 1.000 Exemplare steigen. Experten warnen vor Schäden für Ökosysteme und Gefahren für Menschen.
Der kolumbianische Drogenbaron Pablo Escobar schaffte sich einst vier afrikanische Flusspferde für den Tierpark in seinem Luxusanwesen Hacienda Nápoles an. Nachdem der Chef des Medellín-Kartells 1993 von Sicherheitskräften erschossen worden war, verfiel das Anwesen. Die Flusspferde zogen in die umliegenden Wälder, pflanzten sich kräftig fort und breiteten sich immer weiter aus.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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