Köln: Betrug mit Schockanrufen – Lange Haftstrafen für vier Männer
10.06.2026
Köln: Betrug mit Schockanrufen – Lange Haftstrafen für vier Männer

Wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in 20 Fällen hat das Kölner Landgericht vier Männer im Alter zwischen 22 und 27 Jahren zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Angeklagten, die als Abholer und Logistiker fungierten, müssen für Zeiträume zwischen fünf und elf Jahren ins Gefängnis. Durch sogenannte Schockanrufe hatten sie Senioren um Bargeld, Schmuck und Edelmetalle im Wert von rund 300.000 Euro gebracht.

Zwei der Männer wurden zusätzlich wegen Raubes verurteilt, da sie einem misstrauisch gewordenen Senior einen Beutel mit Wertsachen gewaltsam aus der Hand gerissen hatten. Der Vorsitzende Richter fand deutliche Worte für das Vorgehen der Gruppe. "Die Leute wurden bis aufs Hemd ausgenommen", sagte er.

Tödliche Unfälle vorgetäuscht, Dienstausweise gefälscht

Bei den Taten zwischen September 2024 und April 2025 täuschten Hintermänner am Telefon vor, Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Richter zu sein. Sie suggerierten den Opfern, ein naher Verwandter habe einen tödlichen Unfall verursacht und könne nur durch eine sofortige Kautionszahlung eine Haftstrafe abwenden. Die Angeklagten übernahmen den Part der Abholer, wobei sie sich teils mit gefälschten Dienstausweisen als Beamte ausgaben.

Das Gericht wertete das "abgebrühte und professionelle" Vorgehen sowie die gravierenden Folgen für die Opfer als strafverschärfend. Viele der Betroffenen hätten ihre gesamten Ersparnisse verloren und empfänden bis heute eine tiefe Scham. "Eigentlich sind Sie es aber, die sich schämen müssten. Also zeigen Sie ruhig mal ein bisschen Empathie", adressierte der Vorsitzende die Verurteilten.

Die Männer hatten die Taten im Prozess gestanden. Laut Gericht blieb ihnen angesichts der "exzellenten Beweislage" und der "hervorragenden Ermittlungsarbeit" von Polizei und Staatsanwaltschaft jedoch kaum eine andere Wahl.

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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++