
Der als "Kannibale von Rotenburg" bekanntgewordene Armin Meiwes setzt seine Bemühungen fort, früher aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Wie das Landgericht Kassel bestätigte, wurde das zwischenzeitlich ruhend gestellte Verfahren um eine vorzeitige Haftentlassung zum Jahresende 2025 durch den heute 63-Jährigen und seine Verteidigung wieder aufgerufen. Zuvor hatte der "Hessische Rundfunk" (hr) über das Thema berichtet.
Im August 2025 war bekanntgeworden, dass der in Kassel einsitzende Meiwes erneut einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt und die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts ein Prüfungsverfahren im Hinblick auf eine bedingte Entlassung eingeleitet hatte. Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte es nach Einholung eines Prognosegutachtens einen gemeinsamen Anhörungstermin mit Meiwes, einem psychiatrischen Sachverständigen, der Staatsanwaltschaft und dem Verteidiger gegeben.
Empfehlungen zur weiteren Behandlung
"Seinerzeit war der Vollstreckungsstand eingehend mit den Beteiligten erörtert worden und hatte der erfahrene psychiatrische Sachverständige eindeutige Empfehlungen zu einer weiteren Behandlung des Verurteilten und in diesem Zusammenhang stehenden Maßnahmen seitens des Vollzugs formuliert", erläuterte ein Sprecher des Landgerichts. Zum Inhalt dieser Empfehlungen äußerte er sich nicht.
Man sei damals übereingekommen, zunächst den weiteren Ablauf abwarten zu wollen, bis über ein weiteres Vorgehen entschieden werden soll. Das Verfahren war auf Betreiben von Meiwes und seinem Verteidiger zunächst bis Ende 2025 ruhend gestellt worden.
Stellungnahme von JVA angefordert
Nun wird es durch die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Kassel wieder betrieben, wie der Sprecher erklärte. In Zuge dessen habe die Kammer den Vollzug aufgefordert, zum aktuellen Vollzugsverlauf und zur Entwicklung seit Sommer 2025 Stellung zu nehmen. Die Stellungnahme liege bislang nicht vor.
Eine persönliche Anhörung von Meiwes habe seit Sommer 2025 nicht stattgefunden, betonte der Sprecher. "Das weitere Vorgehen hängt vom Verlauf seit Sommer 2025 ab und davon, ob der Verurteilte seinen Antrag vor diesem Hintergrund weiterverfolgt."
Lebenslange Haftstrafe wegen Mordes
Meiwes wurde im Dezember 2002 festgenommen. Seit 2006 verbüßt er eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Er hatte einen Internet-Bekannten getötet, zerlegt und Teile des Körpers gegessen - der Fall und die anschließenden Verhandlungen hatten deutschlandweit großes Aufsehen erregt und viele Gerichte beschäftigt. Umstritten war das Mord-Urteil, weil der Getötete mit der Tat einverstanden gewesen sein soll.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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