
Einen viel besseren Zeitpunkt für die gute Nachricht hätten sich die Österreicher kaum aussuchen können. Die Vertragsverlängerung mit ihrem umworbenen Erfolgscoach Ralf Rangnick soll der Nationalmannschaft kurz vor dem WM-Auftakt gegen Jordanien zusätzlichen Schub geben. Voller Euphorie startet das Team um Bayern-Allzweckwaffe Konrad Laimer und den früheren Münchner David Alaba in die erste Weltmeisterschaft der Alpenrepublik seit 28 Jahren.
"Da geht ein Traum in Erfüllung", sagt Kapitän Alaba. Der 33-Jährige hat in seiner Karriere auf Vereinsebene quasi alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Mit dem FC Bayern und Real Madrid holte er jeweils zweimal den Henkelpott für den Champions-League-Sieger, zehnmal wurde er deutscher Meister. Eine WM ist aber auch für ihn neu.
"Es ist schon ein Ereignis, für das man auch dankbar ist, es miterleben und Teil davon sein zu dürfen", sagte er in einem Interview des Weltverbands FIFA. "Wir sind wirklich sehr stolz darauf, dabei sein zu können."
Rekord unter Rangnick
Nur dabei sein reicht denn Österreichern aber natürlich nicht. Trotz der schier ewigen WM-Abstinenz sind die Ansprüche gestiegen. Die Entwicklung der vergangenen Jahre macht Mut. Bei der EM 2021 scheiterte man noch mit Trainer Franco Foda im Achtelfinale in der Verlängerung am späteren Europameister Italien. Vor zwei Jahren in Deutschland war gegen die Türkei Schluss - ebenfalls in der Runde der besten 16.
Rangnick, der Österreich 2022 als Teamchef übernahm, hat die Mannschaft enorm weiterentwickelt. Sein Punkteschnitt ist mit 1,98 der höchste aller österreichischen Teamchefs nach 1945, die mindestens zehn Spiele dabei waren. Von 45 Länderspielen unter dem Schwaben hat Österreich 27 gewonnen. 14 Heimspiele in Serie gab es keine Niederlage. Das ist Rekord. Klappt es auch in den USA?
Alaba: "Wir sind eine Mannschaft mit großen Träumen"
Ins Auftaktspiel gegen Jordanien am Mittwoch in Santa Clara nahe San Francisco (06.00 Uhr, ZDF und MagentaTV) geht das Rangnick-Team als Favorit. Die weiteren Gegner in Gruppe J sind Titelverteidiger Argentinien in Arlington und Algerien in Kansas City.
"Ich bin davon überzeugt, dass wir eine Mannschaft haben, die erfolgreich sein kann, und dass wir dorthin fahren, um Geschichte zu schreiben", sagt Alaba. "Ob es am Ende für den Weltmeistertitel reicht, weiß ich nicht. Aber wir sind eine Mannschaft mit großen Träumen, die diese auch verfolgt."
Baumgartner-Ausfall trifft Österreich
Als Achse setzt Rangnick dabei auf zahlreiche Bundesligaprofis. Laimer, Marcel Sabitzer von Borussia Dortmund, Nicolas Seiwald von RB Leipzig und Philipp Lienhart vom SC Freiburg sind Schlüsselspieler - genau wie eigentlich auch Christoph Baumgartner, dessen Ausfall das Team hart trifft.
Der Leipziger ist in der Offensive eigentlich gesetzt und laut Rangnick "eine zentrale Persönlichkeit innerhalb unserer Mannschaft". Bemerkenswert: Baumgartner bat darum, die Reha nach seiner Oberschenkelverletzung im Kreise des Nationalteams absolvieren zu dürfen und macht das nun auch.
"Das gibt extrem viel Kraft", sagte Nationalteamkollege Michael Gregoritsch vom FC Augsburg im Team-Trainingszentrum in Santa Barbara. Der Zusammenhalt scheint zu passen und stimmt zuversichtlich für das XXL-Turnier.
Rangnick will zahlreiche Projekte vorantreiben
Rangnick wäre aber nicht Rangnick, wenn er nicht schon weit darüber hinaus denken würde. Der 67-Jährige bringt sich bei der Nachwuchsentwicklung ein, beschäftigt sich mit Liga-Formaten in Österreich und sogar einer neuen Event-Arena, die das Land aus seiner Sicht braucht. Er sieht sich nicht nur als Trainer, sondern als Architekt für eine gute Fußball-Zukunft in seiner beruflichen Heimat.
Auch deshalb ist seine Verlängerung mit dem Deutschen, der schon bei der AC Mailand gehandelt worden war und Österreich nun auch zur Europameisterschaft 2028 führen soll, ein so wichtiges Signal. Das sieht auch Österreichs bis dato letzter WM-Torschütze so. "Das wird der
Mannschaft einen zusätzlichen Push geben", sagte Andreas Herzog der österreichischen Nachrichtenagentur APA.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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