
Jetzt beginnt die heiße WM-Phase - und wieder einmal stellt Europa das Gros der Viertelfinalisten. Den größten Star hat aber Titelverteidiger Argentinien in seinen Reihen. Für die drei Gastgeber ist das XXL-Turnier dagegen beendet - auch wenn der Wirbel um den Fall des US-Stürmers Folarin Balogun noch nachhallen wird. Das sind die Lehren der Achtelfinal-Runde:
Alle Gastgeber raus
Vor allem die Euphorie in den USA, Kanada und Mexiko hat diese Weltmeisterschaft getragen. Doch im Achtelfinale kam für alle drei Gastgeber-Teams das Aus - das dürfte sich auf die Stimmung in den letzten WM-Tagen negativ auswirken. Vor allem in den USA, wo ab jetzt alle restlichen Spiele stattfinden werden. Ohne Erfolg des eigenen Teams wenden sich die US-Sportfans schnell ab.
Die Hoffnung ist, dass der "Soccer" in den USA durch die begeisternden US-Auftritte bis zum Achtelfinale an Stellenwert gewinnt. Die Lücke zu den dort traditionellen Sportarten American Football, Basketball, Eishockey und Baseball wird aber wohl vorerst groß bleiben. Auch in Kanada wird der Fußball nicht zum Nationalsport Eishockey aufschließen können, auch wenn Abwehrspieler Alistair Johnston meinte: "Wir haben der Welt gezeigt, dass Kanada ein echtes Fußballland ist."
Übermacht der Europäer
Von den acht Viertelfinalisten kommen sechs aus Europa. Eine Überraschung ist die Dominanz in der Breite nicht, das ist schon länger so. Und das hat auch offensichtliche Gründe: In Europa gibt es die besten Ligen mit fast allen Topspielern und entsprechend auch die höchste Wettbewerbsdichte. Dort gibt es die modernste Fußball-Infrastruktur und die professionellste Jugendarbeit.
Bei Europas Vorherrschaft mit 12 WM-Titeln durch 5 Länder kann nur Südamerika (10 Titel, 3 Länder) mithalten. Afrika ist im Viertelfinale noch mit Marokko vertreten, dem WM-Co-Gastgeber für 2030. Neun der zehn afrikanischen Vertreter hatten es zwar in die K.-o.-Phase geschafft, doch dort fehlte dann etwas Qualität und mitunter auch Glück. Alle asiatischen Teams waren dagegen bereits vor dem Achtelfinale ausgeschieden.
Fall Balogun schadet dem Fußball
Belgien bewies Humor. Nach dem Achtelfinalsieg gegen die USA postete der Verband bei X ein Bild des jubelnden Romelu Lukaku mit einer Hand am Ohr und schrieb dazu: "Macht das mal rückgängig." Es ist eine Anspielung auf einen Eklat, der die Grundfeste des Fußballs erschüttert und FIFA-Präsident Gianni Infantino erneut ins Zwielicht rücken lässt. "Der heutige FIFA-Präsident hat sich Donald Trump unterworfen", sagte der frühere Weltverbandschef Joseph Blatter, der selbst nicht frei von Skandalen war.
Die FIFA hatte die Sperre gegen Florian Balogun wegen einer Roten Karte gegen Bosnien-Herzegowina aufgehoben, der US-Stürmer konnte so gegen Belgien spielen. US-Präsident Trump hatte zuvor mit einem Anruf bei der FIFA um eine Überprüfung der Sperre gebeten. Infantino bestätigte das Gespräch mit Trump, dem er schon den umstrittenen FIFA-Friedenspreis ermöglichte, hob aber die Zuständigkeit der unabhängigen FIFA-Justizorgane hervor.
"Diese beiden Menschen, die beide keine Ahnung von Fußball haben, sollten gar nichts damit zu tun haben", wetterte Jürgen Klopp als MagentaTV-Experte: "Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel."
Messi sticht Ronaldo klar aus
Titelverteidiger Argentinien steht vor dem überraschenden Aus gegen Ägypten, als Lionel Messi aufdreht. Mit einem Tor und einer Torvorlage sorgt der Superstar dafür, dass sein Team im Rennen bleibt. Obwohl der 39-Jährige bei einem Elfmeter scheiterte, baute er seinen WM-Torrekord auf 21 Treffer aus. Seine sechste und sehr wahrscheinlich letzte WM ist für ihn persönlich jetzt schon ein großer Erfolg.
Anders als für Cristiano Ronaldo, dem bei seinem WM-Abschied nach der Niederlage gegen Spanien Kritik und sogar Mitleid entgegenschlägt. Ronaldo habe auf dem Rasen das dargestellt, "was er auch ist: ein 41-Jähriger, der versucht, die Zeit zurückzudrehen", schrieb "The Athletic". Ronaldo selbst schloss das Kapitel WM für sich mit "gutem Gewissen" - aber eben titellos.
Auf die Superstars ist Verlass
Messi liefert ab - aber nicht nur er. Erling Haaland? Schießt Norwegen mit einem Doppelpack ins Viertelfinale. Kylian Mbappé? Lässt sich auf von ständigen Provokationen Paraguays nicht aus der Ruhe bringen und erzielt Frankreichs Siegtreffer. Harry Kane? Führt England als Kapitän und Torschütze erfolgreich durch das hitzige Duell mit Gastgeber Mexiko. Die Superstars zeigten im Achtelfinale auch Superleistungen. Außer Ronaldo.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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