
In der Dauerdebatte um Fangewalt im deutschen Fußball haben die Länder-Sportminister ein stärkeres Entgegenkommen der Verbände DFB und DFL gefordert. "Wir sehen die Gefahr, dass wir an einem Kipppunkt sind", sagte Hamburgs Sportsenator Andy Grote am Rande der Sportministerkonferenz auf Norderney. Die jüngsten Beschlüsse der Deutschen Fußball Liga würden den erhofften Konsens zwischen Politik und Vereinen nicht mitgehen, erklärte der SPD-Politiker.
Zuvor hatten die Innenminister von Nordrhein-Westfalen und Sachsen, Herbert Reul und Armin Schuster (beide CDU), dem DFB und der DFL vorgeworfen, insbesondere beim Thema Stadionverbote zu zaghaft zu sein. Theresa Schopper (Grüne), die Vorsitzende der Sportministerkonferenz, sagte nun: "Ausschreitungen und Gewalt in den Stadien oder drumherum tolerieren wir nicht. Wir werden der Innenministerkonferenz die volle Rückendeckung geben, damit wir mit DFB und DFL zu entsprechenden Vereinbarungen kommen."
Fanvertreter kritisieren Polizei-Strategie
Schuster, der auch sächsischer Sportminister ist, bekräftigte seine Warnung, dass besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Sicherheitslage immense Kräfteeinsätze der Polizei bei Fußballspielen vermieden werden müssten. "Die Innenminister und Sportminister warten permanent mit ausgestreckter Hand auf Kooperation", sagte Schuster. Die zuvor geäußerte Drohung, die Clubs an den Polizeikosten zu beteiligen, wiederholte er nicht.
Die nächste Innenministerkonferenz im Juni könnte auch das Thema Stadionverbotsordnung erneut behandeln. Bis dahin dürfte die Diskussion zwischen Politik, Polizei, Dachverbänden und Fanvertretern weitergehen. "Die aktuelle Situation, insbesondere zwischen Ultragruppierung, Hooligans und der Polizei ist höchst alarmierend", sagte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft GdP, Jochen Kopelke, der "Sportschau".
Dagegen kritisieren Fanverbände, die Polizei habe zuletzt ihre Einsatzstrategie verändert und gehe teils unverhältnismäßig gegen Fans vor. "Nicht nur bei uns entsteht der Verdacht, dass Zahlen erzeugt werden sollen, um in der Polizeistatistik einen vermeintlichen Anstieg von Gewalt darzustellen", zitierte die "Sportschau" Gabriel Schramm vom Dachverband der Fanhilfen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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