
Für Ex-Teamchef Jürgen Klinsmann muss das WM-Ziel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Titelgewinn sein. "Wir haben die Verpflichtung, immer den WM-Titel ins Visier zu nehmen", sagte der Weltmeister von 1990 in einem Interview der "Rheinischen Post". Sich über einen Viertelfinal- oder Halbfinal-Einzug zu freuen, sei für ihn "der komplett falsche Ansatz", meinte Klinsmann. "Die Zielvorgabe kann bei Deutschland nur Weltmeister heißen." Immerhin gehe man als viermaliger WM-Champion in das Turnier.
Laut Klinsmann stimmte schon der öffentliche Anspruch bei der vergangenen Heim-EM nicht. "Ich war schockiert, als es hieß, die Europameisterschaft war ein Erfolg mit dem Aus im Viertelfinale", sagte der 61-Jährige. Er selbst habe als damaliger Spieler noch die Weltmeisterschaften 1994 und 1998 im Kopf, als jeweils im Viertelfinale gegen Bulgarien (1994) und Kroatien (1998) Endstation war. "Jeder hat gedacht, wir sind die Vollblinden."
Die Zielvorgabe des früheren DFB-Teamchefs deckt sich mit der des aktuellen Bundestrainers. "Ja klar, die Aussage gilt. Es war ein entscheidendes Wort drin, ich habe gesagt, wir 'wollen' Weltmeister werden", bekräftigte Julian Nagelsmann zuletzt. Der 38-Jährige war gefragt worden, ob er an seiner nach dem EM-Aus gegen Spanien getätigten WM-Titelansage festhalte.
Klinsmann über XXL-Format: "Sorge, dass es verwässert"
Mit erstmals 48 WM-Teilnehmern ist die Konkurrenz diesmal so groß wie nie, was Klinsmann teilweise kritisch sieht. "Ich habe die Sorge, dass es verwässert, weil zu viele Mannschaften da sind, die mit den Top-Mannschaften nicht mithalten können." Der ehemalige DFB-Kapitän wird das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko zunächst als TV-Experte bei ESPN und ab dem Achtelfinale als Technischer Beobachter für den Weltverband FIFA verfolgen.
Ein Engagement an der Seitenlinie sei für ihn weiter eine Option. "Nach der WM vielleicht eine Nationalmannschaft zu finden, das wäre eine tolle Sache", sagte der nahe Los Angeles lebende Klinsmann. Zuletzt habe es "drei, vier Anfragen" gegeben, "aber das wären Kompromisse gewesen, von denen ich nicht überzeugt war".
Klinsmann arbeitete zuletzt als Nationalcoach für Südkorea, wo er im Februar 2024 nach einjähriger Amtszeit freigestellt wurde. 2006 hatte er das DFB-Team bei der Heim-WM auf Platz drei geführt. Seine Wahlheimat USA betreute er unter anderem bei der WM 2014 in Brasilien. Zudem arbeitete er als Vereinstrainer beim FC Bayern und Hertha BSC.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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