
In Deutschland spielte Marko Johansson für den Hamburger SV, VfL Bochum, Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig. Im Iran geriet der Fußball-Torwart am vergangenen Wochenende mitten in den Krieg hinein. Über die Türkei floh der 27-jährige Schwede noch am ersten Tag der israelischen und amerikanischen Luftangriffe in seine Heimat. "Es wurde uns schnell klar, dass wir das Land am besten verlassen sollten", sagte Johansson der "Bild".
Nach Ablauf seines Vertrags in Braunschweig war der frühere schwedische U21-Nationaltorwart im vergangenen September zum iranischen Club Tractor FC in die Millionenstadt Täbris im Nordwesten des Landes gewechselt. Als der Krieg begann, befand er sich gerade mit seinem Team in der Vorbereitung auf das Spiel der asiatischen Champions League gegen Shabab Al-Ahli aus Dubai, das an diesem Montag stattfinden sollte.
"Am Samstagvormittag habe ich mich mit den anderen ausländischen Spielern des Vereins zum Frühstück getroffen. Dort sagte einer plötzlich, dass Teheran angegriffen wurde", sagte Johansson. "Statt einer Tasche für Dubai habe ich zwei Taschen gepackt."
Militärbasis in der Nähe des Trainingsgeländes
Konkret wurde die Flucht wenig später, als ein Luftangriff offenbar einer iranischen Militärbasis galt, die nur wenige Kilometer vom Trainingsgelände seines Clubs entfernt liegt. "Wir saßen im Hotel auf dem Trainingsgelände, als es auf einmal einen Riesen-Schlag gab. Das ganze Gebäude hat gezittert. Wir sind vor Schreck aufgesprungen und wussten nicht, wo wir hinsollten", erzählte Johansson.
Innerhalb weniger Minuten habe der Club ein Auto für seine ausländischen Spieler bereitgestellt, "mit dem wir zur türkischen Grenze gefahren wurden. Die Fahrt dauerte fünf Stunden, während derer wir gesehen haben, wie die Iraner Raketen für den Gegenschlag vorbereitet haben." Neben Johansson spielten auch vier Kroaten, ein Albaner und ein Serbe für den Tractor FC.
Nach der Einreise in die Türkei flog Johansson über Istanbul nach Göteborg, wo er jetzt bei seiner Frau und seiner Tochter ist. "Meine Gedanken sind bei den Menschen im Iran. Ich bin mit vielen in Kontakt. Ich hoffe, der Konflikt geht schnell vorbei", sagte der frühere HSV-Keeper. Er trainiere jetzt "erst mal alleine. Und was meinen Vertrag angeht – darum kümmert sich mein Berater."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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