
Wenn der Tabellenletzte mehr Tore schießt als der Spitzenreiter, dann stimmt doch irgendetwas nicht. Oder es stimmt einfach fast alles, wie Miron Muslic mit Blick auf die Spannung im Aufstiegskampf der 2. Bundesliga sinngemäß argumentiert. "Den Punkt nehmen wir mit, weil wir ihn mitnehmen müssen", sagte der Trainer des FC Schalke 04 nach dem 1:1 bei der SpVgg Greuther Fürth bei Sky. "Diese Liga ist unglaublich ausgeglichen, unglaublich kompakt."
Und das führt in der Realität dazu, dass Schlusslicht Fürth 35 Tore erzielt hat und Schalke am oberen Ende der Tabelle eben nur 34. Zwischen den ersten fünf Mannschaften, die realistisch noch um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga spielen, liegen maximal zwei Punkte. "Wenn mein Instinkt mich nicht komplett verlässt, dann wird das bis ganz zum Schluss genauso eng und kompakt bleiben", sagte Muslic.
"Premier-League-Treffer" rettet Schalke
Schalke punktete zehn Spieltage vor Schluss nur einfach beim Schlusslicht, die SV Elversberg kam bei Krisen-Club Holstein Kiel ebenfalls nur zu einem 1:1. Darmstadt verlor sogar bei Abstiegskandidat Dresden, steht aber noch immer auf dem Relegationsplatz - punktgleich mit dem Fünften Hannover. Und der neue Zweite aus Paderborn gewann in Kaiserslautern nur, weil der Schiedsrichter mies pfiff - das war zumindest die heimische Argumentationslinie auf dem Betzenberg.
Wie dem auch sei, es bleibt spannend. Und am Ende entscheiden nicht die geschossenen Tore, sondern andere Faktoren. Wie die Defensive. Die der Schalker ist auf dem Papier mit 21 Gegentoren noch immer die Beste der Liga. Da ist es klar, dass ein Gegentor nach eigenem Abstoß den Puls des Trainers in die Höhe schnellen lässt. "Wir haben eine klare Abstoßvariante und die verlange ich. Ich verlange, dass wir uns strikt an unsere Struktur und unsere Prinzipien halten", sagte Muslic. Am Ende rettete ein "Premier-League-Treffer" von Dejan Lubicic das Unentschieden.
Darmstadt und die Serie
Ein weiterer Faktor kann der Spielort sein. Von den letzten zehn Spielen bestreitet Schalke sechs daheim. "Zu Hause sind wir eine Wucht, eine Macht", sagte Muslic. Dass seine Mannschaft auch die heimstärkste der Liga ist, wie von ihm behauptet, stimmt nicht. Bei einem Spiel weniger liegt man vier Punkte hinter Darmstadt.
Die Hessen verloren in Dresden erstmals seit 13 Spielen wieder. "Aber es ist nichts passiert", sagte Verteidiger Sergio López. "Wir lernen daraus und dann geht es immer weiter. Wir sind eine gute Mannschaft mit einer guten Stimmung. Ich weiß, dass wir kämpfen werden, um da oben zu stehen."
Was es ebenfalls braucht: ein wenig Glück. Wie Hannover 96 beim 1:0 in Bielefeld. Der Siegtreffer per Elfmeter war nur möglich, weil der Videoschiedsrichter nach einem Handspiel eines Arminen eingriff. "Als der Pfiff kam, habe ich kurz durchgeatmet und gewusst: Jetzt haue ich ihn rein. Es tut einfach gut, dass wir drei Punkte mitnehmen. Auch, wenn es ein wenig dreckiger war", sagte Torschütze Enzo Leopold.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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