
Max Eberl stand im Dortmunder Fußballstadion und grinste ziemlich entspannt in die Fernsehkamera, bevor er vielsagend sagte: "Warten wir ab." Es ging um seinen neuen Vertrag. Am Dienstag tagt beim FC Bayern München der neunköpfige Aufsichtsrat um Boss Herbert Hainer sowie die nach wie vor sehr einflussreichen Granden Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge.
Und alle Vorzeichen deuten darauf hin, dass schon bei dieser turnusmäßigen Gremiumssitzung auch über die Zukunft von Eberl (52) und Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (58) entschieden wird. Das Duo steht vor einer vorzeitigen Vertragsverlängerung bis Mitte 2029, was zumindest im Fall von Eberl eine Zeit lang alles andere als ein geräuschloser Selbstläufer war.
"Ich möchte einen guten Job machen"
"Es wäre meine erste Verlängerung beim FC Bayern", sagte Eberl - und es klang nach etwas mehr als zwei turbulenten Jahren in München ein gewisser Stolz durch. "Ich habe immer gesagt, dass ich einen guten Job machen möchte, eine Mannschaft zu bauen, die erfolgreich ist. Und dann hoffe ich, dass es weitergehen kann", sagte Eberl: "Wenn man zufrieden ist, wird man auf mich zukommen." Von Präsident Hainer soll Eberl schon auf der jüngsten Asienreise der Bayern positive Signale erhalten haben.
Im Profi-Fußball ändern sich Bilder und Stimmungen oftmals in rasender Geschwindigkeit. Am Samstag starteten die Bayern beim Erzrivalen Borussia Dortmund mit einem 2:1 und dem Supercup-Gewinn in die neue Spielzeit, die noch erfolgreicher werden soll als die zurückliegende Double-Saison.
"Blitz-Trennung"? Als Hoeneß für helle Aufregung sorgte
Nur drei Monate davor stand Eberl ebenfalls an einem Samstagabend nach dem DFB-Pokalsieg der Bayern in den Katakomben des Berliner Olympiastadions und musste sich von einem Reporter sogar die Frage anhören, ob es nach kritischen Hoeneß-Aussagen zu "einer Blitz-Trennung" kommen könnte.
Ausgerechnet am Finaltag veröffentlichte der "Spiegel" Hoeneß-Aussagen, in denen der Ehrenpräsident die Tendenz für eine Verlängerung mit Eberl mit gerade mal "60 zu 40" bezifferte. Dazu fiel der Satz: "Da sind noch Zweifel."
Eberl war nicht nur über den Zeitpunkt irritiert. "Ich muss mit Szenarien leben, die mir auferlegt werden", sagte er. Zu einem damals möglichen Nein des Aufsichtsrates zu seiner Zukunft über das aktuelle Vertragsende im Sommer 2027 hinaus, sagte er lakonisch: "Mein Leben wird weitergehen. Ich mache meine Arbeit mit sehr, sehr viel Herzblut und sehr, sehr viel Freude. Und wenn man mich lässt, dann bin ich auch bereit, sie weiterzumachen."
Ein "dickes Fell" hilft beim FC Bayern
"Mein Fell ist dick geworden", sagte er damals schmallippig zu seiner Bayern-Zeit. Am 1. März 2024 hatte er den Posten des Sportvorstandes in München in einer sportlich schwierigen Phase angetreten. Leicht hatte er es nicht. Kritik wurde zum steten Begleiter. Vielleicht auch, weil Eberl es sich nicht immer leicht macht. Er neigt zu Alleingängen. Bei Borussia Mönchengladbach war er einst ein Alles-Entscheider. Beim FC Bayern tummeln sich zahlreiche Alphatiere.
In München arbeitet Eberl in einem besonderen Spannungsfeld. Unter der Dauerbeobachtung und auch Bewertung der früheren Macher Hoeneß und Rummenigge bedarf es Rückgrat und Mut. Ein Sportchef muss liefern.
Das ist Eberl in etwas mehr als zwei Jahren in der Summe gelungen. Trainer Vincent Kompany, im Sommer 2024 die vermeintlich x-te Wahl, hat sich als Glücksgriff erwiesen. Die Flügelstürmer Michael Olise und Luis Díaz haben sich als absolute Volltreffer auf dem Transfermarkt entpuppt.
Teure Vertragsverlängerungen mit Jamal Musiala, Alphonso Davies oder auch Joshua Kimmich sorgten intern aber auch für Stimmen, dass Eberl dazu neige, zu viel Geld auszugeben.
Hoeneß-Lob für "eine perfekte Transferperiode"
Immerhin: Mit den beiden 50-Millionen-Euro-Transfers von Nationalspieler Nathaniel Brown und dem marokkanischen WM-Star Ismael Saibari hat Eberl auch Hoeneß überzeugt. Der 74-Jährige bescheinigte ihm "eine perfekte Transferperiode". Die Zweifel scheinen verflogen. Die Tendenz für einen neuen Vertrag des Sportvorstandes beziffert Hoeneß nun auf "100 Prozent".
Eberl darf weitermachen, mindestens bis 2029. So lange läuft auch der Vertrag von Erfolgscoach Kompany, mit dem er eng und wirkungsvoll zusammenarbeitet. Aber zurücklehnen können wird sich Eberl in München nie.
"Die Arbeit geht immer weiter, immer weiter, immer weiter", sagte Eberl am Wochenende zur Schlagzahl bei einem ruhelosen Club wie dem FC Bayern. Als Nächstes steht die - kostspielige - Vertragsverlängerung mit Torjäger Harry Kane auf der Agenda. "Die Gespräche haben angefangen", berichtete Eberl am Rande des Supercups: "Jetzt gucken wir, dass wir es hinkriegen."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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