
Mit mehrjährigen Haftstrafen ist vor dem Kölner Landgericht ein Prozess gegen Drogenhändler zu Ende gegangen, die 2023 rund 40 Tonnen Kokain nach Deutschland eingeführt haben sollen. Sechs Männer im Alter zwischen 31 und 52 Jahren wurden am Donnerstag schuldig gesprochen.
Die Urteile ergingen wegen bandenmäßigen Kokainhandels, Beihilfe zum Drogenhandel sowie Drogenbesitzes. Ein Angeklagter wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Für die Untersuchungshaft von Juni 2024 bis Dezember 2025 sprach das Gericht ihm eine Entschädigung zu.
Das Rauschgift wurde meist in Containern mit legaler Ware wie Weizenmehl, Holz oder Bananen per Frachtschiff vornehmlich aus Ecuador geliefert. Insgesamt 35 Tonnen waren von Zollbehörden im Ausgangsland, bei einem Zwischenstopp in Rotterdam sowie im Hamburger Hafen sichergestellt worden. Nur eine Lieferung mit fünf Tonnen Kokain war bis auf den Drogenmarkt gelangt.
Gericht spricht von "exorbitanter Menge" an Drogen
"Wir haben hier einen Fall, der solitär ist", zeigte sich der Vorsitzende Richter in der rund zweistündigen Urteilsbegründung überzeugt. "Der Fall dürfte, was die gegenständliche Kokainmenge angeht, in dieser Größenordnung in der Bundesrepublik einzigartig sein." Der Fall schlage "völlig aus dem Normalbereich" dessen heraus, was sonst in Drogenprozessen verhandelt werde. "Das ist eine exorbitante Menge", so der Vorsitzende.
Laut Urteilsbegründung war ein 45 Jahre alter Transportunternehmer aus Eitorf bei Köln der Kopf der Gruppe und organisierte im Auftrag von Hintermännern in der Türkei die Drogenlieferungen. Der Mann hatte ein umfängliches Geständnis abgelegt. Dabei hatte er eingeräumt, dass er für die ersten vier Lieferungen von den Hintermännern jeweils 200.000 Euro erhalten habe.
Um den Drogenlieferungen einen legalen Anstrich zu verpassen, habe der Mann von einem 44-jährigen Mitangeklagten zahlreiche Importgesellschaften gründen lassen, hieß es in der Urteilsbegründung. Zudem sei der 44-Jährige in zahlreichen der Gesellschaften als Geschäftsführer eingetragen gewesen.
Der 44-Jährige hatte im Prozess behauptet, von dem 45-Jährigen unwissentlich in die Sache hineingezogen worden zu sein, was ihm das Gericht letztlich aber nicht abkaufte. Der 44-Jährige wurde zu elf Jahren Haft verurteilt. Der 45-Jährige bekam 14 Jahre und sechs Monate. Die restlichen Verurteilten hatten als Helfer, Entlader, oder Transporteure gedient. Sie wurden unter anderem wegen Beihilfe zum bandenmäßigen Drogenhandel schuldig gesprochen. Ihre Strafen lagen zwischen achteinhalb und zwölf Jahren Haft.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "Panorama":
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Fußball-WM: Darum wird Nagelsmann zum Nachtarbeiter25.06.2026 - 2
FC Ingolstadt 04 - SC Verl im Live-Stream und TV: Wohin gehen am 28. Spieltag die Punkte bei Ingolstadt gegen Verl?05.03.2026 - 3
Prinz Harry: Royal soll Rückzug aus dem Königshaus inzwischen bitter bereuen18.05.2026 - 4
Unruheregion: Behördenvertreter: Neun Tote nach Explosion in Pakistan12.05.2026 - 5
WTA Tennis in Istanbul Ergebnis: Maria Timofeeva bezwingt Adelina Lachinova07.05.2026
Ähnliche Artikel
Wimbledon News: Stars, Serena, Millionen: Wissenswertes über Wimbledon24.06.2026
Coole Ware: So sorgt eine Eiswürfelfabrik für Nachschub an heißen Tagen26.06.2026
WTA Tennis in Charleston Liveticker: Cocciaretto / Putintseva gegen Gorgodze / Zarazua02.04.2026
Werder Bremen News: Neuer Trainer Thioune: Werder fragte auch Ex-Chef Allofs05.02.2026
Rettungseinsatz: Polizei: Zeugen berichten von Stichverletzungen26.07.2026
ESC 2026: Proteste und Störaktionen beim ESC erwartet05.05.2026
Wetter in Hessen: Bis zu 40 Grad: Extreme Hitze in Hessen hält an24.06.2026
Lager detoniert: Trauer nach gewaltiger Explosion in Myanmar - bis zu 55 Tote01.06.2026
Wetter in Baden-Württemberg: Kaum Abkühlung nach heißen Tagen: Wann Tropennächte drohen18.06.2026
Fußball-WM: Comeback möglich: Rüdiger und Havertz im DFB-Training25.03.2026












