
Weitere Einschätzungen zu der massiven Kritik der Fans und der verunglimpfenden Wortwahl auf großen Transparenten wolle man aber noch nicht abgeben, hieß es. Auch zu der Frage, wie die großen Transparente und massenhaften Fackeln überhaupt ins Olympiastadion gelangen konnten, äußerte sich der DFB noch nicht.
"Wir freuen uns über eine lebendige Fankultur. Diese darf aber nicht dazu führen, dass die Kurven über Spielunterbrechungen oder gar -abbrüche entscheiden", hatte der Verband noch während des Spiels mitgeteilt.
Beleidigende Fan-Gesänge
Die Anhänger beider Vereine hatten während der Partie ihren Unmut über den Deutschen Fußball-Bund zum Ausdruck gebracht. Mit Sprechchören und auf Transparenten wurde der Dachverband in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit des Endspiels im Berliner Olympiastadion verunglimpft.
Zum Abschluss der offensichtlich konzertierten Aktion zündeten beide Fanlager massive Pyrotechnik und sorgten dadurch unmittelbar nach dem ersten von drei Toren der Bayern durch Harry Kane für eine Spielunterbrechung durch Referee Sven Jablonski.
Diese Zwangspause dürfte nun zusätzlich strafverschärfend für die Vereine sein, denn laut der "Richtlinie für die Arbeit des DFB-Kontrollausschusses" erhöhen sich Geldstrafen bei einer Unterbrechung zwischen einer und fünf Minuten um 50 Prozent.
Sechsstellige Strafen möglich
Je Pyro-Fackel berechnet der DFB bei Bundesligisten 1.000 Euro, pro illegalem Banner werden je nach Größe zwischen 2.000 und 8.000 Euro fällig. Die zu erwartenden Strafen für die Clubs könnten sich demnach in sechsstelliger Höhe bewegen. Im Vorjahr musste Finalist Arminia Bielefeld rund 50.000 Euro für Pyro-Vergehen seiner Fans bezahlen, als damaliger Drittligist war der Sockelbetrag für den Verein allerdings geringer.
Die Clubs hatten die Aktion gerügt. "Die Vereine, der DFB und die Politik müssen hart durchgreifen, dass solche Unverschämtheiten nicht mehr passieren", schimpfte Uli Hoeneß am Sky-Mikrofon. "Das ist typisch in unserer Gesellschaft, dass es immer nur in eine Richtung geht. Dabei hat sich der DFB gar nichts zuschulden kommen lassen", kritisierte Bayern Münchens Ehrenpräsident.
Moderater äußerte sich Stuttgarts Vorstandschef Alexander Wehrle. "Generell ist es so, dass wir die Fan-Kultur unterstützen", sagte er. "Klar ist aber auch, ich wünsche mir, dass es nicht zu Spielunterbrechungen führt, weil der Fußball schon die 90 Minuten im Mittelpunkt stehen sollte."
Ein riesiges Banner mit einem durchgestrichenen DFB-Wappen wanderte zu Beginn der zweiten Halbzeit einmal um den Unterring des Stadions. Darauf waren die Wörter Kläger, Richter, Henker zu lesen. Der Protest richtete sich neben den hohen Ticketpreisen für die Partie gegen die aus Sicht der Fans unverhältnismäßige Rechtsprechung des Verbands bei Fanvergehen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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