
Harry Kane jubelte beim Münchner Drama-Sieg aus der Ferne mit. "Wow, wow, wow", kommentierte der angeschlagene Stürmerstar des FC Bayern das spektakuläre 3:2 (0:0) seiner Fußball-Kollegen beim SC Freiburg in der App "Cleats Club": "Ich liebe dieses Team." Kane fehlte den Münchnern am Samstag. 80 Minuten lang hatte sich das auch durchaus bemerkbar gemacht, ehe zwei Youngster doch noch für eine furiose Aufholjagd und die Wende sorgten.
Dank Tom Bischof und Lennart Karl machten die Bayern nicht nur den nächsten Schritt Richtung Meistertitel in der Bundesliga, sondern holten sich auch einen gewaltigen Energieschub für den anstehenden Königsklassen-Kracher. "Ich freue mich brutal darauf", sagte Bischof über das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Real Madrid am Dienstag (21.00 Uhr/Amazon Prime).
Kompany: Muss nicht immer "Champagner" sein
"Wir glauben daran, dass es funktioniert", sagte Sportvorstand Max Eberl nach der Achterbahnfahrt im Europa-Park Stadion über die Einsatzchancen des leicht am Sprunggelenk lädierten Kane im Giganten-Duell mit den Madrilenen.
Gegen Freiburg hatte es sogar ohne den Engländer, der diese Saison schon 48 Pflichtspieltore für die Bayern erzielt hat, funktioniert. Der Rekordmeister brauchte zwar einen gewaltigen Kraftakt und viel Moral, um die drei Punkte am Ende aus dem Breisgau mitzunehmen. Trainer Vincent Kompany war dennoch - oder vielleicht auch gerade deswegen - bester Laune. "Nicht jeder Sieg ist Champagner-Fußball", sagte der Belgier. Im Rausch waren die Bayern trotzdem.
"Perfekteste" Vorbereitung auf Real
"Brutal" fühle sich dieser Erfolg an, meinte Doppeltorschütze Bischof. Mit zwei platzierten Schüssen hatte der 20-Jährige zum 1:2 (81.) und zum 2:2 (90.+2) getroffen. Tief in der Nachspielzeit legte Karl noch das 3:2 nach (90.+9).
Das sei das "perfekteste Spiel" als Vorbereitung auf Real gewesen, erklärte Bischof. "Das schweißt uns brutal zusammen." Bei allem Respekt vor Freiburg müsse man gegen das spanische Starensemble dann aber "noch eine Schippe drauflegen", sagte der deutsche U21-Kapitän. "Drei, vier vielleicht sogar."
Ansage von Kimmich zeigt Wirkung
Als Torjäger war Bischof bei den Bayern bislang nicht in Erscheinung getreten. Die Treffer in Freiburg waren seine ersten für die Münchner - und offenbar auf Ansage gefallen. "Vor dem Spiel hat Jo noch zu mir gesagt: Kannst du jetzt mal bitte auf die Kiste schießen?", berichtete Bischof von einem Gespräch mit Mittelfeldspieler Joshua Kimmich. Im Training habe er schon oft aufs Tor geschossen, im Spiel sei ihm das bisher noch nicht so gelungen.
Er freue sich "extrem" für den jungen Kollegen, sagte Kimmich später. Bischof habe sich mit dem Doppelpack "belohnt" - auch nach dem kleinen Rückschlag in der Länderspielpause. "Ein anderer wäre vielleicht enttäuscht gewesen, dass er nicht bei der A-Nationalmannschaft dabei ist. Der Tom ist vom Charakter her anders, fährt zur U21 und will da dann das Maximum herausholen. Diese Einstellung und Mentalität zeichnet ihn aus", lobte Kimmich seinen Mitspieler.
Karl hatte Treffer schon im Gefühl
Bischof wird sich weiter ins Zeug legen müssen, will er Bundestrainer Julian Nagelsmann in den verbleibenden Wochen der Saison noch von einer Nominierung für die WM im Sommer überzeugen. Offensiv-Ass Karl indes ist für das Mega-Event in den USA, Kanada und Mexiko inzwischen fest eingeplant.
"Sehr, sehr krass" und "unbeschreiblich" sei sein Gefühl nach dem Siegtor in Freiburg gewesen, sagte der 18-Jährige. Die Gelbe Karte, die er für das Ausziehen seines Trikots kassiert hatte, nahm er gern in Kauf. "Ich hatte schon die ganze Zeit im Kopf, mein Trikot auszuziehen", erklärte Karl. Sein Gefühl, irgendwann noch ein Tor zu schießen, hatte sich letztlich bestätigt.
Schwach gespielt - und trotzdem gewonnen. Im 13. Pflichtspiel in Serie blieben die Bayern unbesiegt. Sie nähern sich weiter der nächsten Meisterschaft. Und ihrem Tor-Rekord. Ein Treffer fehlt ihnen noch, um ihre bisherige Bundesliga-Bestmarke von 101 Toren aus der Saison 1971/72 zu egalisieren. Eine Sache für Serienknipser Kane? Im Zweifelsfall gibt's ja noch die Münchner Youngster.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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