
Der Titelansage folgten Taten. Nachdem Nico Schlotterbeck die Meisterschaft in der Fußball-Bundesliga als Ziel für Borussia Dortmund benannt hatte, sah sich der Nationalspieler nach dem glücklichen 2:1 beim abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg in seinem Vorstoß bestätigt.
"Du spielst beim BVB, um gewisse Dinge zu gewinnen", sagte der 26-Jährige im TV-Sender Sky. Er sei Kapitän gewesen, weil Emre Can verletzungsbedingt fehlte. "Wenn ich sage: Wir wollen vorangehen, wir wollen die da oben angreifen, dann gebe ich die Marschroute vor. Dann müssen die Jungs nachziehen, und das haben sie heute gemacht." Ein Geniestreich von Felix Nmecha, Fabio Silva und Dortmunds Dauer-Torschütze Serhou Guirassy (87.) brachte kurz vor Schluss den Sieg.
Schlotterbeck, der Anführer
Schlotterbeck hatte eine Woche zuvor nach dem ebenfalls glücklichen 3:2 gegen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim aus seinen Ambitionen keinen Hehl mehr gemacht. "Man muss auch mal den Anspruch haben als BVB, auch mal den Fans zu sagen, wir wollen Meister werden", hatte er gesagt.
Worte, die ihre Wirkung nicht verfehlt haben - glaubt der Verteidiger. "Die Jungs haben unter der Woche gemerkt, wie sehr ich dafür brenne", meinte er in Wolfsburg. "Es ist extrem wichtig, dass wir den Fokus und den Kopf dafür haben, um anzugreifen. Ich hoffe natürlich, dass es ein Stück weit geholfen hat."
Brandt gibt sich zurückhaltender
Vorbehalte für seinen forschen Vorstoß waren beim BVB nicht zu hören. "Ich mag ja Schlotti für seine Aussagen. Und ich weiß auch, wie er ist, und das ist auch total authentisch", sagte Julian Brandt. Der Torschütze zum 1:0 in Wolfsburg und gebürtige Bremer gab sich da zurückhaltender. "Ich bin aus dem Norden, ich bin ein bisschen demütiger unterwegs. Das ist mein Naturell", sagte der 29-Jährige.
Niemand habe bislang davon auch gesprochen, "dass wir in irgendeinem Punkt aufgegeben haben, sondern wir versuchen weiter, unsere Spiele zu gewinnen, und hoffen natürlich, dass die Bayern uns da noch mal ranlassen", meinte Brandt.
Dortmund aktuell Bayern-Jäger Nummer eins
Klar ist: Nach 21 Spieltagen sind die Dortmunder die schärfsten Verfolger des deutschen Rekordmeisters. Der Sieg in Wolfsburg war der fünfte im sechsten Bundesliga-Spiel des Jahres, dazu kam noch das 3:3 bei Eintracht Frankfurt zum Jahresauftakt.
"Wir sind ein großer Club, der Ambitionen hat", sagte Cheftrainer Niko Kovac im ZDF. "Ich verwehre mich dem nicht." Erst einmal gelte es, zu arbeiten und in die Champions League zu kommen. "Wenn wir dann noch genügend Spiele haben und wir können noch nach vorn attackieren", dann könne man sich sicher sein, würden sie es versuchen.
Ein Geniestreich rettet Sieg in Wolfsburg
Dass der BVB bei seinen Erfolgen nicht jedes Mal spielerische Gala-Vorstellungen gab, wissen die Spieler. Auch in Wolfsburg waren die Dortmunder in der zweiten Halbzeit alles andere als überzeugend.
Schlotterbeck hatte auch schnell den entscheidenden Faktor ausgemacht. "Mentalität. Das, was uns seit Jahren abgesprochen wird", sagte er. Diese Mentalität bescherte den Dortmundern und Sportdirektor Sebastian Kehl zumindest einen entspannten Sonntag mit dem Top-Spiel des FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim.
"Das Schöne ist ja, wenn man gewinnt und am nächsten Tag dann einfach, egal welche Mannschaft spielt, entspannt auf der Couch liegen darf", sagte er. Zumal sich die Dortmunder unabhängig vom Ausgang des Spiels als Gewinner des Spieltages fühlen durften.
BVB will baldige Vertrags-Entscheidung von Schlotterbeck
Weniger entspannt ist die Frage nach der Zukunft seines Titelansagers Nico Schlotterbeck. Die Verhandlungen über eine Verlängerung des aktuell bis 2027 laufenden Vertrages ziehen sich.
"Ich bin ein Freund von Klarheit in allen Bereichen und in Themen", sagte Kehl. Manchmal müsse man sich auch gedulden. "Aber wir sind auf dem Gaspedal. Nico weiß, dass wir so schnell wie möglich eine Entscheidung haben."
Schlotterbeck fehlt gegen Mainz
Wie es ist, ohne Schlotterbeck auszukommen, können die Dortmunder schon am kommenden Freitag (20.30Uhr/Sky) gegen den FSV Mainz 05 sehen. Dann fehlt er wegen seiner fünften Gelben Karte. "Das tut extrem weh, im Heimspiel zu fehlen", sagte Schlotterbeck. "Nichtsdestotrotz: Kopf nach oben." Es kämen schließlich entscheidende Wochen mit zwei Spielen in den Champions-League-Playoffs gegen Atalanta Bergamo und in der Bundesliga gegen RB Leipzig - und den FC Bayern.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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