
Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen war in den vergangenen Jahren stets das Duell um die Herausforderer-Rolle von Rekordmeister Bayern München. Zwei Jahre lang hatte die Werkself vom Bayer-Konzern die Nase vorn, aktuell ist der Traditionsclub aus Dortmund wieder enteilt und 15 Zähler voraus. "Nächste Saison müssen wir diese Lücke natürlich wieder schließen", sagte Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand nun vor dem West-Schlager am Samstag (15.30 Uhr/Sky).
Ob der Däne dann aber überhaupt noch bei Bayer im Amt ist, ist unklar. Zu schleppend für die anspruchsvollen Bosse kommt Hjulmand mit dem XXL-Umbruch im offiziell deklassierten Übergangsjahr voran. Trotz dieses Labels sollte es die erneute Champions-League-Qualifikation dann bitte doch sein. Und die steht auf der Kippe. Während der Tabellenzweite Dortmund die Qualifikation für die Königsklasse des europäischen Fußballs im Optimalfall schon am Wochenende perfekt machen kann, kämpfen die Rheinländer. Vier Punkte Rückstand auf Rang vier hat die Hjulmand-Elf.
"Wir fahren mit dem großen Ziel dahin, um zu siegen. Das wäre ein großer, großer Push", sagte Hjulmand, der am Donnerstag 54 Jahre alt wurde. Denn ihm und seiner Mannschaft stehen richtungsweisende, aber vor allem auch schwere Wochen bevor. Leverkusen muss nicht nur in Dortmund, sondern auch noch gegen Leipzig und Stuttgart im Endspurt ran. Neben der sportlichen geht es auch um die personelle Zukunft des Konzernclubs. Trotz des massiven Umbruchs im vergangenen Sommer mit 14 neu besetzten Kaderplätzen stehen schon wieder tiefgreifende Veränderungen an.
Vom Übergangsjahr zu nächsten Baustellen?
Bayer-Sportboss Fernando Carro hatte trotz des Übergangsjahrs das Ziel ausgerufen, "die nächste Meistermannschaft" aufzubauen. Sportgeschäftsführer Simon Rolfes betonte daraufhin: "Wir können keine Meistermannschaft wie 2024 zusammenkaufen, wir können uns keinenFlorian Wirtzkaufen, den müssen wir dann entwickeln." Genau diese Entwicklung scheint jedoch bereits ins Stocken geraten zu sein.
Hjulmand, der im September nach nur zwei Spieltagen auf den enttäuschenden Erik ten Hag folgte, droht möglicherweise schon - spätestens - zum Saisonende das Aus. Nach dem schwächsten Jahresauftakt seit 2004 schien das Übergangsjahr unter dem bis 2027 gebundenen Dänen zwischenzeitlich auf Kurs. Doch nach mehreren Patzern im Rennen um die Champions-League-Plätze wuchs intern zuletzt offenbar die Unzufriedenheit.
Hjulmand nimmt dies wahr und verteidigte sich: "Wenn so viele Spieler neu sind, dann braucht das Zeit. Die Spieler haben alle eine tolle Qualität, es braucht Zeit." Zeit, die er womöglich nicht mehr hat.
Hätte Leverkusen am vergangenen Wochenende aus dem zwischenzeitlichen 1:3 gegen den Vorletzten Wolfsburg nicht noch spektakulär ein 6:3 gemacht, würde Hjulmand wohl schon beim BVB nicht mehr auf der Bayer-Bank sitzen. Zur kommenden Saison gilt Fabian Hürzeler von Brighton & Hove Albion aus der englischen Premier League als möglicher Nachfolger.
Leverkusen sucht einen Führungsspieler
Auch im Kader stehen Veränderungen an: In der Offensive könnte es durch Rückkehrer wie Kerim Alajbegovic und Francis Onyeka ein Überangebot geben, wodurch der Erfahrene Jonas Hofmann, Martin Terrier oder Eliesse Ben Seghir als Verkaufskandidaten gelten. Edmond Tapsoba soll offenbar mit einem Wechsel in die Premier League liebäugeln und bei Jarell Quansah könnte sein Ex-Verein Liverpool die Rückkaufoption ziehen.
Unbedingt halten will man trotz Wechselgerüchten Außenverteidiger Alejandro Grimaldo. Daneben sucht Leverkusen vor allem einen neuen Abwehrchef, der das Niveau der Mannschaft anheben kann und Führungsqualitäten mitbringt. Der zuletzt vermehrt in der Defensive eingesetzte Kapitän Robert Andrich, konnte diese Anforderungen nicht zufriedenstellend erfüllen. Trotz Vertrags bis 2028 ist auch die Zukunft des 31-Jährigen bei der Werkself ungewiss.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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