
Gut drei Wochen nach dem verheerenden Zugunglück mit 46 Todesopfern hat Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Bahnverkehr angekündigt. Das spanische Bahnsystem sei zwar nicht perfekt, aber "das zuverlässigste" der EU und "eines der besten der Welt", betonte Sánchez im Parlament in Madrid.
Er warnte vor Desinformation und Panikmache "indem man sagt, unser Bahnsystem sei veraltet oder unsicher - denn das stimmt nicht".
Am 18. Januar waren nahe Adamuz in Andalusien zwei in entgegengesetzte Richtungen fahrende Hochgeschwindigkeitszüge kollidiert. 46 Menschen starben, mehr als 120 wurden verletzt. Als wahrscheinliche Ursache wird ein Schienenbruch vermutet. Nur zwei Tage später stürzte in Barcelona eine Stützmauer auf die Schienen, ein Nahverkehrszug kollidierte mit den Trümmern. Der Zugführer kam ums Leben, Dutzende Passagiere wurden verletzt.
Die Spanier haben nun mehr Angst vor Zugreisen
Nach den Unfällen stieg in Spanien laut Umfragen die Angst vor dem Zugfahren. Der konservative Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo sagte im Parlament, die Unglücke seien vermeidbar gewesen. Er forderte in diesem Zusammenhang am Mittwoch erneut den Rücktritt von Sánchez.
Der linksgerichtete Regierungschef betonte, seit seinem Amtsantritt im Jahr 2018 sei die Zahl der Bahnunfälle in Spanien um elf Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig seien die Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur in Spanien zwischen 2018 und 2025 im Vergleich zum Zeitraum zwischen 2012 und 2018 nahezu verdreifacht worden, und zwar von 1,7 auf fünf Milliarden Euro.
Trotzdem sei es legitim, die Höhe der Investitionen zu hinterfragen. Mit den Gewerkschaften sei nun deshalb ein Abkommen geschlossen worden, das zusätzliche 1,8 Milliarden Euro für Wartung zwischen 2026 und 2030 vorsehe.
Das habe diese Woche zum vorzeitigen Ende eines dreitägigen Streiks der Lokführer geführt. Geplant seien außerdem 3.600 Neueinstellungen beim Schienennetzbetreiber Adif sowie bei der staatlichen Bahngesellschaft Renfe. Die Staatsagentur für Bahnsicherheit solle um 50 Fachkräfte verstärkt werden.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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